Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wolfgang Wippermann

Dämonisierung durch Vergleich

DDR und Drittes Reich

Cover: Dämonisierung durch Vergleich

Rotbuch Verlag, Berlin 2009
ISBN-10 3867890609
ISBN-13 9783867890601
Paperback, 160 Seiten, 9,90 EUR

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Klappentext

Wolfgang Wippermann zeigt in seiner Streitschrift, wie Konstruktion und Erfindung von Totalitarismusdoktrin und Extremismuslegende ihre Anwendung auf die DDR finden. Danach sollen Faschismus und Kommunismus grundsätzlich miteinander vergleichbar, ja weitgehend identisch sein. Letzteres hat zur Verharmlosung des Dritten Reiches und zu einer Dämonisierung der DDR geführt. Beides geschieht aus vergangenheits- und gegenwartspolitischen Motiven. Die beschönigende Relativierung des Dritten Reiches diente der endgültigen Bewältigung der nationalsozialistischen Vergangenheit, und mit der Dämonisierung der DDR will man die Gegenwart überwältigen, die politikwissenschaftlichen Diskurse bestimmen und den politischen Gegner treffen. Fest steht: Wie auch immer man die Verbrechen der DDR be- und verurteilen mag - ein Auschwitz hat es in ihr nicht gegeben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.12.2009

Frank-Lothar Kroll kann kaum glauben, was ihm der Autor hier verkaufen will. Die Existenz von Humor und Heiterkeit in der DDR gilt Wolfgang Wippermann als Indiz dafür, dass es ebenda keine totalitären Machtstrukturen gab. Wenn der Autor auf die Art sein Denkverbot in Sachen Diktaturvergleich aufrechterhalten will, bittesehr. Kroll jedenfalls hat eine derart PDS-nahe Historiografie, die Hannah Arendt zur Dämonisiererin der DDR stempelt, dicke. Den entrüsteten Antifaschisten nimmt er Wippermann nicht ab. Alles wohlfeile Pose, meint er. Einzelne Analogien zwischen DDR und "Drittem Reich", etwa bei der Machtsicherung und Herrschaftsausübung liegen für Kroll jedoch auf der Hand.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2009

Laut Ulrich Teusch manövriert sich der Autor mit seiner Polemik gegen wohlfeile Gleichsetzungsversuche von DDR und Drittem Reich in eine "unkomfortable Situation". Indem Wolfgang Wippermann sie als Dämonisierung der DDR und Verunglimpfung linker Strömungen anprangert, dabei aber die laut Teusch sicherlich vorhandenen "guten" Argumente mitunter aus dem Blick verliert, geraten Treffsicherheit, Witz, aber auch jede ernsthafte Beschäftigung mit Totalitarismus- und Extremismuskonzepten für ihn ins Hintertreffen. Zweierlei gibt der Rezensent schließlich zu bedenken: Ob eine Dämonisierung der DDR, wie hier behauptet, zwangsläufig auch zu einer Verharmlosung der NS-Zeit führt. Und ob der linke Demokrat Wippermann der "von ihm geschätzten" sozialistischen Idee (auch trotz seiner klar antinostalgischen Haltung der DDR gegenüber) mit dieser Streitschrift nicht einen Bärendienst erweist.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren