In einer sehr umfangreichen Sammelbesprechung rezensiert Klaus Harpprecht mehrere Bücher von Sandor Marai. Dabei informiert der Rezensent nicht nur ausführlich über das Leben des Dichters, sondern bringt auch mehrfach sein Bedauern, ja Entsetzen darüber zum Ausdruck, dass Marai - den er in mancher Hinsicht mit Joseph Roth, Stefan Zweig, Robert Musil und anderen in eine Reihe stellt - so lange Zeit fast völlig in Vergessenheit geraten ist. "Wo hatten wir unsere Augen, wo unsere Ohren?", fragt Harpprecht, der sich von der Neuentdeckung von Marais Werken begeistert zeigt. Mit diesen Tagebüchern wird dem Leser, so Harpprecht, Marai auf eine "bedrängende, ja erschütternde Weise" nahe gebracht. Harpprecht bezieht sich dabei vor allem auf den zweiten Band, in dem Marai das langsame Abschiednehmen von seiner Frau schildert, mit der er mehr als sechzig Jahre zusammengelebt hat, und die er mit sich als 'identisch' empfand. "Das Dokument einer großen Liebe" sieht der Rezensent in diesen Aufzeichnungen, in denen er nicht zuletzt die Vorbereitung Marais auf seinen eigenen Tod registriert.
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