Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wolfgang Hilbig

Wolfgang Hilbig: Erzählungen und Kurzprosa

Werke, Band 2

Cover: Wolfgang Hilbig: Erzählungen und Kurzprosa

S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2009
ISBN-10 3100336429
ISBN-13 9783100336422
Gebunden, 767 Seiten, 26,95 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Dieser Band sammelt sämtliche Erzählungen von Wolfgang Hilbig in der Reihenfolge ihres Entstehens. Ergänzt werden sie um bisher nie publizierte Texte aus dem Nachlass. Ein Nachwort von Katja Lange-Müller rundet den Band ab. Wolfgang Hilbigs Erzählungen sind sein eigentliches Hauptwerk: unverwechselbare Erkundungsgänge durch die Landschaft der Seele, die in der gesamten deutschsprachigen Literatur ihresgleichen suchen. Hilbig erzählt von Alltag und Arbeitswelt in der DDR, von den Strudeln der Wiedervereinigung, von der verlorenen und doch endlich gefundenen Heimat. Vor allem aber handeln diese Erzählungen davon, wie ein Mensch, allen Verführungen und Bedrohungen zum Trotz, zu sich selbst findet - und damit vom größten und letzten Abenteuer der Jetztzeit: von der Entdeckung des eigenen Ich.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.07.2009

Burkhard Müller lässt keinen Zweifel an der Bedeutung Wolfgang Hilbigs. Für ihn ist er der "schlechthin gültige" und einzige Arbeiterschriftsteller der DDR, weil er die "verdrängte eigentliche Erfahrung", den Schmerz dieser untergegangenen Gesellschaft ausdrückt. Am vorliegenden zweiten Band der Werkausgabe mit Erzählungen und Kurzprosa fasziniert ihn angesichts der für ihn beim Lesen immer spürbaren Kraftanstrengung des Schreibenden schon die schiere Fülle. Hilbigs Leistung eines Realismus', dem Schönheit und Tod dialektischerweise eingeschrieben sind, der dennoch ohne Klage auskommt, wie Müller anerkennend schreibt, ist für den Rezensenten eine Arbeit aus dem "Geist der Schwere". Hilbigs hier nachzulesenden "luziden" Analysen der Arbeiterklasse mit der paradigmatischen Figur des Heizers sieht Müller in der Haltung des Autors quasi fundamentiert.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.2009

Eigentlich, so Kurt Drawert, hätte Wolfgang Hilbig für eine DDR-Führung mit einem Fünkchen Verstand als Vorzeigedichter dienen können. Ein Arbeiter, der zum Autor wird, einer, der auf höchstem ästhetischen Niveau Literatur der Arbeitswelt verfasst. Nur musste, was dabei heraus kam, allen Funktionären Angst und Schrecken einjagen. Was sich in Hilbigs Literatur nämlich ereignet, meint Drawert, ist das Schauspiel des modernen Zerfalls des Subjekts, hier aber geerdet durch die Anbindung an wirkliche Verhältnisse. In gewisser Weise, so der Rezensent, verkörpert Hilbig mit seiner fulminanten "Ich"-Erforschung die postmodernen Debatten um "Signifikat" und "Signifikant" - aber eben, ein Unterschied ums Ganze, am eigenen Leib. Drawert geht noch weiter: So recht kommen für seine Begriffe diese Debatten in Hilbig und seiner Literatur erst so richtig zu sich, weil sie Halt in einer Wirklichkeit finden. Exemplarisch nennt Drawert die Erzählung "Der Heizer". Grundsätzlich aber sind für ihn die hier nun versammelten Texte wie die anderen Teil eines "einzigartigen Werks" und nicht weniger als ein "literarisches Monument".

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren