Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Außer Che Guevara ist kein anderer lateinamerikanischer Freiheitskämpfer so oft abgebildet, verklärt und umgedeutet worden wie Simon Bolivar - höchste Zeit also, Herkunft und Wirkung dieser politischen Ikone zu untersuchen. Norbert Rehrmann unterzieht die ideologischen Grundlagen Bolivars einer kritischen Würdigung, legt dar, wie Bolivar zum Präsidenten von vier Staaten werden konnte, und untersucht die Bolivar-Darstellungen in der lateinamerikanischen Kunst und Literatur.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.09.2009
Angetan zeigt sich Rezensent Kersten Knipp von dieser Biografie Simon Bolivars, die Norbert Rehrmann vorgelegt hat. Das Buch bietet in seinen Augen eine lebendige Nahaufnahme von "El Libertador", der in Südamerika bis heute als Ikone des lateinamerikanischen Befreiungskampfes gegen das spanische Mutterland verehrt wird. Knipp lobt die nüchterne, anschauliche, gut zu lesende und differenzierte Darstellung des Autors. Überzeugend verdeutlicht Rehrmann für ihn das große taktische und strategische Talent Bolivars, ohne je einer hagiografischen Tendenz nachzugeben. Dabei attestiert er Rehrmann auch einen klaren Blick für die Widersprüche, in die Bolivar sich verstrickt hatte.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.06.2009
In Lateinamerika als multinationaler Held gefeiert, der bis heute gern von politischen Strömungen jeglicher Couleur vereinnahmt wird, sind kritische Biografien von Siman Bolivar, der zwischen 1810 und 1824 die Spanier vertrieb, rar, weiß Sebastian Schoepp. Deshalb begrüßt er erfreut diese Lebensbeschreibung des Dresdner Kulturwissenschaftlers Norbert Rehrmann. Er hat nun eine quellengesättigte, flüssig geschriebene Biografie Bolivars vorgelegt, die sich wohltuend von den hagiografischen Huldigungen des Generals abhebt, wie der Rezensent lobt. Rehrmann verschleiere nicht die Schwächen und Versäumnisse Bolivars und stellt seine herablassende Haltung gegenüber der dunkelhäutigen Bevölkerung Lateinamerikas und seine "terroristische" Kriegsführung so plastisch heraus, dass man ihm das im heutigen Venezuela wohl übel nehmen wird, wie Schoepp vermutet. Weniger angenehm ist ihm das "männerbündlerische Augenzwinkern", das der Autor an den Tag legt, wenn es um die Beschreibung Bolivars als Frauenheld geht und auch die "Vermutungsvokabeln" bei der Beschreibung von dessen Innenleben findet der Rezensent eher überflüssig. Insgesamt aber hat ihn das Buch als Biografie eines Mannes, der viel erreicht hat, seine Erfolge aber nicht langfristig zu befestigen wusste, überzeugt.
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