Bücherschau der Woche
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Klappentext
Nach Jahren einer Weltpolitik der USA ohne Opposition bringt die neue Linke in Lateinamerika Bewegung in die politische Diskussion. Ausgehend vom Kampf gegen die Armut entwickelten sich in Venezuela und Bolivien neue Volksbewegungen, die mit ihren radikalen Reformen in der Tradition von Fidel Castro und Simon Bolivar einen neuen sozialdemokratischen Weg anbieten, der auch für die politische Entwicklung in Asien und Afrika vorbildhaft sein könnte. Tariq Ali greift in seiner Argumentation nicht nur auf sein Wissen zurück, sondern auch auf persönliche Gespräche mit politischen Führern, unter anderem mit Hugo Chavez. Wichtige Reden und Dokumente im Anhang des Buches vervollständigen Alis Darstellung.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.04.2007
Überrascht gibt Rezensent Norbert Rehrmann zu Protokoll, dass dieses Buch des pakistanisch-britischen Schriftstellers, Filmemachers und Journalisten Tariq Ali substanzieller sei, als das meiste, was über die drei Protagonisten dieser Streitschrift täglich in der Zeitung stehe. Darüber hinaus sei diese Essaysammlung äußerst"lesenswert und gut geschrieben". Überzeugen kann Ali den Rezensenten auch mit seiner These, dass sich in Südamerika gerade eine "sozialdemokratische Alternative zum neoliberalen Kapitalismus" entwickele, und die Protagonisten des Buchs einen Beitrag dazu leisteten, obwohl in westlichen Medien meist von ihren demokratischen Errungenschaften nichts zu lesen sei. Kritik erntet allerdings das Übersetzertrio, das Alis Streitschrift für den Geschmack des Rezensenten reichlich holperig übersetzt hat.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007
Nach Meinung des Rezensenten lässt das Cover (mit Piratenschiffen und brennenden Dollarbündeln) auch hier nichr auf den Inhalt des Buches schließen. Kein "ironischer Trash" also, was Tariq Ali da verfasst hat, und Christoph Twickel bedauert es fast. Dass Ali es ernst meint mit seiner Sympathie für lateinamerikanische Revolutionsführer, daran hat Twickel bald schon keinen Zweifel mehr. Aber musste Ali es so sagen, in der "hölzern-verschraubten" Form "politischer Bekenntnisliteratur"? Wo Twickel nach Analyse lechzt, liefert Ali Schwarzweißmalerei, wo er Orientierung wünscht, bekommt er "heilloses Durcheinander". Dabei könne dieser Autor viel mehr. Alis Kenntnisse linker Grabenkämpfe und sein analytisches Talent sieht Twickel auch in diesem Buch an jenen Stellen, in denen er seine "Politsuada" zurücknimmt und sich auf "eigene Erfahrungen" besinnt, aufleuchten. Allzu oft aber geschehe das nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2007
Offensichtlich nicht so ganz ernst nehmen kann Rezensentin Eva Karnofsky dieses Buch über die neue Linke in Lateinamerika von Tariq Ali. Sie charakterisiert den Autor als "Alttrotzkisten" und hält ihm vor zu "schwadronieren" statt zu argumentieren. Negativ fällt ihr auch die mangelnde Recherchen sowie die unkritische Darstellung der Politik der Linken Reformer auf. Sie unterstreicht, dass Ali Castros Kuba für den Inbegriff der Demokratie hält und aller Kritik die Berechtigung abspricht. Wer solche Einschätzungen teilt, und Karnofsky tut das offensichtlich nicht, der werde an diesem Buch seine Freude haben.
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