Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Roberto Alajmo

Mammaherz

Roman

Cover: Mammaherz

Haymon Verlag, Innsbruck - Wien 2008
ISBN-10 385218570X
ISBN-13 9783852185705
Gebunden, 249 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen von Kurt Lanthaler. Eigentlich betreibt Cosimo Tumminia eine Fahrradwerkstatt in Calcara, einem erfundenen und vergessenen Dorf auf Sizilien. Doch da hartnäckig das Gerücht umgeht, er bringe Unglück, er sei ein Jettatore, bleiben die Kunden aus. So sitzt er Tag um Tag vor seinem Laden in der Sonne, hört Radio und löst Kreuzworträtsel. Nur seine Mutter, vor der er in ein kleines Haus außerhalb des Dorfes geflüchtet ist, kümmert sich erdrückend um ihn. Eines Tages zwingt ihn eine Gruppe Fremder, ein kleines Kind auf Zeit "in Obhut" zu nehmen. Doch diese Zeit wird Cosimo Tumminia immer länger, die Unbekannten bleiben verschwunden; und die Nachrichten vermelden nichts über ein entführtes Kind. Schließlich nimmt seine Mutter die Sache in die Hand und kommt tatsächlich dem Geheimnis auf die Spur ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.05.2009

Von Roberto Alajmos Roman "Mammaherz" ist Rezensentin Maike Albath sehr angetan, leider trübt die deutsche Übersetzung ihre Begeisterung ganz erheblich. Der sizilianische Autor erzählt die Geschichte eines erfolglosen, von den Menschen in seinem Dorf gemiedenen Muttersöhnchens, der sich mit der Mafia einlässt, erfahren wir. Laut Rezensentin kommt es zu einem von der Mutter des Protagonisten ausgeführten "Gewaltverbrechen", wobei Alajmo es hervorragend gelinge, die fatale "Zwangsläufigkeit" der schrecklichen Entwicklung herauszustellen, wie die Rezensentin preist. In der Tradition Leonardo Sciascias stehend, der erstmals 1961 in seinem Roman "Der Tag der Eule" über die Mafia schrieb, spielt bei Alajmo dennoch nicht die Mafia die Hauptrolle, stellt Albath klar. Vielmehr widme er sich der symbiotischen Mutter-Sohn-Beziehung als Keimzelle für mafiöse Strukturen, so die Rezensentin gefesselt. Begeistert preist sie die erzählerische Ökonomie des Autors, der mit wenigen Strichen Handlungsorte und Charaktere zu zeichnen vermag. Umso ärgerlicher findet sie die Übersetzung ins Deutsche, die von "ungelenken" Wendungen nur so strotzt und die Rezensentin schon im Titel mit einer unzulässigen Verniedlichung der "madre" zur "Mamma" irritiert.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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