Sprachkritik ist en vogue in Deutschland. Allen Ortes wird von schlechtlaunigen Philologen ein volksempfängerkompatibles "anglo-amerikanisches Sprach-Bombardement" diagnostiziert. Dabei spricht doch kaum jemand den Namen des Deutschlehrermaskottchens Sick korrekt englisch aus. Und dass man auch in kernseifenem Deutsch rasserein idiotisch sprechen kann, beweisen die Angehörigen der Sprachschutzstaffeln selbst am besten, sobald sie den Mund auftun und in ihren Medien das Glatteis der freien Rede betreten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.04.2009
Schon lustig, meint Rezensent Gustav Seibt, der sich in seiner Rezension kurz fasst. Erstaunlicherweise verbinde Wiglaf Droste in seinen Texten, was eigentlich nicht zusammenpasst: die polemische Schärfe des Satirikers und die den Urteilenden immer mit einbeziehende Perspektive des Humoristen. Oder, vielmehr, so recht verbinde er das gerade nicht. Darum steht es, findet Seibt, nebeneinander, was durchaus zu Nachfragen und zum Widerspruch reizt. Warum Droste auf Mobilfunkquassler schimpft, für Raucher aber alles Verständnis hat, das begreift Seibt nicht. Ohne Resümee schließt die insgesamt eher lustlose Rezension.
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