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Archie Brown
Aufstieg und Fall des Kommunismus
Klappentext
Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Archie Brown, Professor für Politische Wissenschaften an der Oxford University, schildert die Entwicklung der kommunistischen Idee vom 1848 veröffentlichten "Kommunistischen Manifest" über die Gründung kommunistischer Parteien, die Weltkriegsepoche bis hin zur Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg und zum Niedergang des Kommunismus als politischer und ideologischer Faktor der Weltpolitik.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.01.2010
Als solide, übersichtliche politisch-historische Gesamtschau des Kommunismus von den Ursprüngen bis zum Fall der UdSSR taugt das Buch allemal, meint Jörg Später. Für wirklich neue Perspektiven zum Thema und eine gewisse Spannung bei der Lektüre empfiehlt er uns allerdings Orlando Figes "Die Flüsterer". Bei Archie Brown fühlt er sich bisweilen doch zu sehr mit dem Geist derer konfrontiert, denen das Gespenst des Kommunismus noch immer in den Knochen steckt. Die alten Ideen, Führer und ihre Machtkämpfe dargestellt zu sehen, hat für ihn wenig Reiz. Über die kommunistischen Gesellschaftsformen, Kulturen und Millieus und über den internationelen Kontext dagegen erfährt Später kaum etwas. Ein Glück, meint er, dass sich der Autor bei der Ära Gorbatschow noch zu ein paar spannenden Thesen und sorgfältigen Argumentationen aufschwingt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.05.2009
Jörg Baberowski, selbst Professor für Osteuropäische Geschichte und Autor eines Buches über das kommunistische Regime in der Sowjetunion, macht keinen Hehl aus seiner Unzufriedenheit mit Archie Browns Geschichte des Kommunismus. Denn ihm will das Buch des britischen Politikwissenschaftlers bestenfalls als Kompilation der politischen Geschichten verschiedener kommunistisch regierten Staaten erscheinen, und davon gibt es seiner Ansicht nach schon genug. Wirklich erhellend wäre eine Untersuchung des Kommunismus als "Idee, als Lebensform und Herrschaftsstil" gewesen und die Frage, warum er in verschiedenen Ländern so unterschiedlich aufgefasst wurde, so der Rezensent unzufrieden. Genauso wenig aber lenke das Buch den Blick auf die Gemeinsamkeiten der Kommunisten, kritisiert Baberowski weiter, der insgesamt den Eindruck hat, Brown habe in seiner Untersuchung des Kommunismus die "Propaganda beim Wort genommen". Und so lautet auch sein strenges Urteil: "Thema verfehlt"!
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.03.2009
Insgesamt zufrieden ist Rezensent Christoph Villinger mit Archie Browns Werk über "Aufstieg und Fall des Kommunismus". Er schätzt den "wohltuenden Abstand", mit dem der Politologe sein Thema angeht, sowie seinen flüssigen Stil. Für Brown gehe es nicht um den Abschied von einer großen Hoffnung, sondern um den Abschied von einer "großen Illusion", die Millionen von Opfern gefordert habe. Im Mittelpunkt sieht Villinger den Kommunismus in der Sowjetunion, wobei Browns Interesse vor allem dem Handeln der Eliten gelte. Hier hätte sich der Rezensent gewünscht, die Sozialprozesse in der Bevölkerung wären ausführlicher beschrieben worden. Trotz seines enormen Umfangs wirkt das Buch auf Villinger wie ein Eilmarsch durch die Geschichte des Kommunismus. Er kann dem Autor den Vorwurf nicht ersparen, "zu sehr an der Oberfläche" zu bleiben. "Konkurrenzlos" jedenfalls, wie der Klappentext meint, ist das Werk seines Erachtens nicht: Jörg Baberowskis Buch "Der rote Terror" hält der Rezensent mindestens für ebenbürtig.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Wenig Begeisterung bringt Karl Schlögel, der mit "Terror und Traum. Moskau 1937" gerade selbst ein Buch zum Thema publiziert hat, diesem Buch des britischen Historikers Archie Brown entgegen. Schlögels Hauptvorwurf richtet sich gegen Browns Vollständigkeitsansatz, den er auf Kosten der Ausarbeitung interessanter Einzelaspekte erfüllt sieht. Auch lese man hier weniger einen Abriss der Geschichte des Kommunismus als die Geschichte seiner unterschiedlichen Ausprägungen in der UdSSR, China oder den mitteleuropäischen Staaten - manchmal so knapp wie es eben in Lehrbüchern leider der Fall sei. Auch fehlen Schlögel Informationen zu den verschiedenen "sozialen Schubkräften" und Krisen, die den Kommunismus im 20. Jahrhundert so geschichtsmächtig und -bildend machten. Dass Brown ganz andere Möglichkeiten gehabt hätte, sein Thema zu bearbeiten, zeigt sich Schlögel an Stellen, wo er Browns "intime und persönliche Kenntnisse" zum Tragen kommen sieht, die ihn auch als Schüler Leonard Shapiros und Alec Noves zeigen, und die für ihn zu den Höhepunkten dieses Kompendiums gehören.
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