Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hermann Burger

Schilten

Schulbericht zuhanden der Inspektorenkonferenz

Cover: Schilten

Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2008
ISBN-10 3312004268
ISBN-13 9783312004263
Gebunden, 416 Seiten, 24,90 EUR

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Klappentext

Unter dem Künstlernamen Armin Schildknecht arbeitet der 30-jährige Peter Stirner im abgelegenen Dorf Schilten im Kanton Aargau als Lehrer. Allerdings unterrichtet er längst nicht mehr das, was der Lehrplan vorsieht. Der nahe gelegene Friedhof bestimmt das Thema: Todeskunde. In seinem Debüt von 1976, einem der wichtigsten Romane der Nachkriegszeit in der Schweiz und nun in der Kollektion endlich wieder zugänglich, zeichnet Hermann Burger minutiös eine Obsession und dabei so subtil wie gnadenlos die Psyche eines ganzen Landes.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2009

Rezensent Peer Teuwsen begrüßt es außerordentlich, dass dieser Roman von 1976 nun wieder lieferbar ist, dessen Autor Hermann Burger er als Schweizer Version eines Thomas Bernhard vorstellt. Denn aus Teuwsens Sicht handelt es sich bei dieser "Brandrede gegen die Obrigkeit" nicht nur um ein "präzises Dokument des Wahnsinns", sondern auch um ein beispielloses Stück Schweizer Literatur - ja: eines ihrer "witzigsten und wichtigsten" Bücher. Brandredner, also Protagonist des Romans, sei ein Lehrer, der - in einem leeren Schulhaus gefangen - einen wütenden Monolog gegen seinen Schulinspektor liefere. Dieser sei auch als Hilferuf eines Pädagogen zu lesen - und aus Teuwsens heutiger Sicht sogar als ziemlich prophetischer. Was Burger Buch auch heute noch für den Rezensenten zum Ereignis macht, ist die Tatsache, dass hier jemand sein Anschauungsmaterial für große Literatur in der Enge findet, der er eine "im wahrsten Sinne irrwitzige Sprache" entgegenhält.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.02.2009

Zwanzig Jahre nach dem Selbstmord des Schweizer Autors Hermann Burger wird sein bis heute berühmtestes Werk, der 1976 erschienene Debütroman "Schilten" neu aufgelegt. Höchst beeindruckend findet der Rezensent Helmut Böttiger ihn noch immer. Angelegt ist das Buch als Vierhundert-Seiten-Suada des sich immer tiefer in seine monologischen Fantasien verstrickenden Dorfschullehrers Armin Schildknecht. Und um nichts anderes als zuerst und zuletzt die Sprache gehe es in diesem Buch, eine Sprache, die dafür sorgt, dass die genaueste Beschreibung der Wirklichkeit in eine "Hyperrealität" umschlägt. In diesem Umschlag wird dann die präzise Unterscheidung zwischen Fiktion und Realem vollends unmöglich. Wie Burger sich als großer Meister der Sprache, dabei von Thomas Bernhard zwar beeinflusst, aber nicht abhängig, erweise: das belegt für Böttiger seinen Status als herausragender Autor der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

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