"Das glamouröseste Geschwisterpaar der Weimarer Republik" - als solches sind Eleonora und Francesco von Mendelssohn in die Geschichte eingegangen. Geboren 1900 und 1901 als direkte Nachfahren des Philosophen Moses Mendelssohn, waren sie in Berlin stadtbekannt wegen ihres extravaganten Äußeren, ihres ausschweifenden Lebenswandels und ihrer Freundschaften und Affären mit den Großen jener Zeit wie Max Reinhardt, Arturo Toscanini, Vladimir Horowitz oder Gustaf Gründgens. Aber auch die Geschwister selbst wussten sich in Kunst und Kultur hervorzutun: er als Musiker und Theaterregisseur, sie als gefeierte Bühnendarstellerin. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten bedeutete für das Geschwisterpaar das Ende eines sorgenfreien Lebens: Sowohl beruflich als auch privat erwies sich die Emigration in die USA als Sackgasse.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2009
Helmut Mauro erzählt uns die ganze traurige Geschichte der Geschwister Eleonora und Francesco von Mendelssohn, wie er sie Thomas Blubachers Doppelbiografie entnommen hat. Mit Recht könne man darin den "tragisch schließenden Ergänzungsband" zu Sebastian Hensels Familienbiografie über die Mendelssohns sehen, die zu einer der schillerndsten und reichsten Familien der Weimarer Republik gehörten, so der Rezensent. Detailliert zeichnet er sowohl Eleonores Lebensweg nach, die als Theater- und spätere Filmschauspielerin tätig war und mit Männern wenig Glück hatte, als auch das Schicksal des Cellisten Francesco, der drogen- und alkoholsüchtig das Ende seiner Tage als Pflegefall in einer Klinik beschloss. Auch wenn Mauro weder Lob noch Tadel äußert, diese Doppelbiografie scheint ihn gefesselt und berührt zu haben.
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