Jamal Tuschick

Aufbrechende Paare

Erzählung
Cover: Aufbrechende Paare
Weissbooks, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783940888297
Gebunden, 176 Seiten, 17,80 EUR

Klappentext

Jamal Tuschick streift durch die Stadt, atmet sie ein, erforscht sie wie einen Kontinent, misst aus, blickt in ihre Ecken und auf ihre Plätze. Und erzählt vom Trieb der Städtebewohner, einander zu begegnen, sich zuweilen zu paaren und wieder davonzugehen ins Ungewisse. Erzählt von Kurt und Jana, Mischa, Sina, Pavel und Kat und wie sie alle heißen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2009

Bei diesem Autor hakt sich Alexandra Kedves gern mal ein, um mit ihm durch sein Frankfurt der Gestrandeten und Beziehungsunfähigen zu flanieren. Jamal Tuschiks Blick fürs Flüchtige und sein Talent, die Nebensache in den Vordergrund zu spielen vertraut Kedves blind. Die seltenen Kitschunfälle, wenn der Ich-Erzähler bei seinen philsophischen Einlassungen zur Weltwirtschaft zu Celine, zur spröden Kat oder zu Janas Gefummel mit Pavel, mal daneben greift, kann sie verzeihen. Die dem Helden in den Mund gelegten Beobachtungen und Reflexionen ergeben für Kedves zwar keinen Roman, aber doch eine Lektüre, die Spaß macht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 28.01.2009

Jörg Plath äußert sich überwiegend positiv über Jamal Tuschicks vierten Prosaband mit vier Erzählungen. Der auch für die FR schreibende Autor macht darin Frankfurt zur Kulisse für seine glücklosen Liebenden, die zumeist dem "proletarisch-kleinbürgerlichen" Milieu angehören, wie der Rezensent erklärt. Will ihn die erste Geschichte um den südosteuropäischen Melchior, der in Frankfurt die Geliebte eines von ihm selbst Ermordeten "übernehmen" will, noch allzu bemüht erscheinen, tröstet ihn schon die zweite Erzählung um die despotische Herrschaft eines Vater-Sohn-Gespanns in einer Bornheimer Gastwirtschaft vollkommen darüber hinweg. Tuschick würde mit seinen Stadtgeschichten vielleicht in die Falle des Frankfurt-Kitsches tappen, wäre da nicht seine knallharte, unvermittelte und jedweder Sentimentalität abholden Sprache, die Plath zu dem originellen Vergleich mit einem "polizeilichen Zugriff" verführt.
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