Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Ein neuer Ton in der deutschen Literatur: die Deutschländer - fremd im eigenen Land, deutsch und doch als Ausländer betrachtet. Texte von Autoren, die keine deutschen Eltern haben, aber hier aufgewachsen sind. Schrill, schräg, aggressiv unkorrekt und ungemein selbstbewußter- zählen sie Geschichten von einem Land, das erst morgen zur Heimat werden könnte: Literatur mit doppelter Staatsbürgerschaft, ganz nah an der deutschen Wirklichkeit!
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.11.2000
Diese Anthologie, schreibt Kristina Maidt-Zinke, sei vor Ausbruch des Leitkulturstreits erschienen. Doch erst jetzt komme die Provokation die in ihrem Untertitel "Neue deutsche Literatur" mitschwinge, zur Geltung - Texte von Autoren mit "ausländischen Eltern", die in Deutschland lebten und aufgewachsen seien, und Wert darauf legten, "dass sie nicht transkulturelle Verständigungsprosa" produzierten. Die Beiträge werden durchweg eher positiv bewertet. Als kleinen Mangel scheint die Rezensentin die Tatsache zu empfinden, dass alle Autoren, mit einer "italienischen Ausnahme" aus dem Ex-Ostblock oder daher stammen, "wo der Europäer gewohnheitsgemäß das Morgenland ansiedelt". Im übrigen ist sie der Meinung, dass hier "eine interessante Mischung" aus avancierten Autoren, Debütanten, Literaturpreisträgern und Szene-Größen entstanden sei. Zwischendurch werden aber doch kleine Zweifel laut, ob dieses Spektrum für die "fruchtbaren ethnischen Randzonen deutscher Gegenwartsliteratur" repräsentativ sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.09.2000
In diesem Band kommen Autoren aus den verschiedensten Kontexten zu Wort, die lediglich verbindet, dass sie oder ihre Eltern eingewandert sind. Das ist aber auch ihr einziger gemeinsamer Nenner, findet der Rezensent Detlef Kuhlbrodt, auch wenn die Anthologie andere Ziele suggeriere. Doch das schiebt Kuhlbrodt darauf, dass gerne versucht wird "literarische Angelegenheiten zu politisieren". In diesem Falle versuchten Kinder von Einwanderern "mit dem Ettikett Kanakenliteratur", "gegen alle möglichen Glattheiten ihrer nurdeutschen Altersgenossen zu opponieren". Dieser polemische Ansatz gefällt Kuhlbrodt im großen und ganzen, nur Maxim Billers Kritik an der deutschen Gegenwartsliteratur findet er undifferenziert und "posenhaft" und auch Vito Avanatrios Beitrag steht er etwas skeptisch gegenüber. An den literarischen Texten, die den Großteil der Sammlung ausmachen, hat er aber zumeist Spaß, denn "es gibt schöne Rauschgeschichten mit nächtlich-nassglitzernden Strassen, Frauen und allem, was an Chaotik so dazugehört".
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