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Klappentext
Edgar Allan Poe (1809 - 1849) ist der unamerikanischste und dennoch der wirkungsmächtigste amerikanische Klassiker. Er gilt als der Erfinder der Detektivgeschichte, als erster Theoretiker der Kurzgeschichte, als Virtuose des Grauens, als Ahnherr der phantastischen Literatur, als Initiator der "l'art pour l'art"-Ästhetik und als erster "poete maudit". Poe erwarb sich schon zu Lebzeiten den Ruf eines genialen Schriftstellers und lebte dennoch in bitterer Armut. Sein Leben folgte einem Zick-Zack-Kurs zwischen zwei Polen, die sich mit den Titeln von zwei seiner Geschichten umschreiben lassen: "Die Macht der Worte" und "Der Kobold des Perversen". Die brillanten Werke schrieb ein Autor, der von Gipfeln des Erfolges immer wieder in Alkoholexzesse abstürzte, in Depressionen versank und einen Selbstmordversuch unternahm. Der "Malstrom", auf den der Titel des Buches Bezug nimmt, bezeichnet den Abgrund, um den Poes Leben ständig kreiste, der aber zugleich jenen fremden, unbekannten Bereich darstellt, den er in seinem Werk erkundete. Die komplizierten Wechselbeziehungen zwischen Leben und Werk stehen im Zentrum dieser neuen Biographie.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Hans-Dieter Gelfert: Edgar Allan Poe - Informationen und Leseprobe beim Verlag C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.12.2009
Rezensent Manfred Schwarz kann Hans-Dieter Gelferts Poe-Biografie nicht viel und auch kaum Neues abgewinnen. Das größte Problem liegt seines Erachtens in fehlendem Verständnis und mangelnder Sympathie für den Außenseiter der amerikanischen Literatur. Immerhin, wenn der Autor, ausgewiesener Kenner der angelsächsischen Literatur, wie Schwarz betont, auf die "Diskrepanz" zwischen Poes selbstzerstörerischer Persönlichkeit und dem pragmatischen Optimismus Amerikas seiner Zeit kommt, seien das die gelungensten Passagen seiner Darstellung. Über Wesen und Werk des Schriftstellers kann man aber darin nichts finden, was die Sekundärliteratur nicht schon herausgearbeitet hätte, moniert Schwarz. Zudem findet der Rezensent die Nachweise des Autors für Irrtümer und Ungenauigkeiten in Poes Texten ziemlich kleinlich. Den Lebensrätseln des unglücklichen Schriftstellers und den Gründen für seinen "fatalen Hang zur Selbstzerstörung" kommt diese Darstellung auf jeden Fall nicht näher, so Schwarz unzufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2009
Nicht wirklich erwärmen kann sich Ulrike Brunotte für Hans-Dieter Gelferts Biografie des Schriftstellers Edgar Allan Poe. Zwar schätzt sie das Buch als "gut lesbar", inhaltlich aber findet sie eine ganze Reihe von Punkten, mit denen sie nicht einverstanden ist. So kritisiert sie den Ansatz des Autors, Poe vor allem aus den zeitgenössischen amerikanischen Quellen verstehen zu wollen. Sie hält ihm vor, ein "eindimensionales Bild" des Schriftstellers zu zeichnen und die alten Vorurteile von der moralisch fragwürdigen Persönlichkeit zu wiederholen. Nicht zustimmen kann sie dem Urteil Gelferts, Poe sei hoffnungslos romantisch gewesen und es habe ihm an Ironie gemangelt. Demgegenüber hebt sie das parodistische Moment im Werk des Schriftsteller hervor. Sie verwehrt sich aber auch dagegen, die Poetologie Poes als bloßen Ästhetizismus zu verstehen, wie Gelfert es tut. Vor allem betrachtet sie Poe als "Wegbereiter der literarischen Moderne", was schon Dichter wie Baudelaire, Melville, Conrad und Dostojewski gesehen hätten. Insgesamt bietet vorliegendes Buch in den Augen der Rezensentin keinen "neuen Zugang zum Werk des Künstlers Poe".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
Elmar Schenkel ist hocherfreut über diese Jubiläums-Biografie. Das liegt zum einen daran, dass er bei Hans-Dieter Gelfert nicht auf einen weiteren Anlauf stößt, den Lebenslauf des Edgar Allan Poes "zu verzeichnen", sondern teilhaben kann an dem Versuch, Leben und Werk chronologisch im zeitgeschichtlichen Kontext zu verorten und Poe literaturwissenschaftlich wie menschlich zu verstehen. Zum anderen ist es der unprätentiöse, klare, von Skepsis großen Theorien gegenüber geprägte Stil, mit dem Gelfert zu Werke geht. Auf die Art gelingt es dem Autor zu Schenkels Erstaunen, den ein oder anderen Rechentrick Poes als Jux oder dessen Frauenbild als ein zwischen Engel und Mutter changierendes zu erweisen. Einzig über Poes Einfluss auf andere Autoren, in Europa und anderswo, hätte Schenkel gern mehr erfahren, als in diesem Buch nachzulesen ist.
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