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Klappentext
Autor und Abenteurer, Diplomat und Salonlöwe, Soldat, Liebhaber der Frauen und Liebhaber der Künste: Stendhals Lebensgeschichte ist nicht minder abenteuerlich als seine Romane. Während seiner mondänen Jahre in Frankreich und Italien war der große Romancier der Weltliteratur mehr als Frauenheld denn als Schriftsteller bekannt. Johannes Willms erzählt in seiner Biografie das Schriftstellerleben eines literarischen Außenseiters, für den das Schreiben nur eine und nicht immer die wichtigste Beschäftigung war.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Johannes Willms: Stendhal - Leseprobe beim Hanser Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.06.2010
Von einem Stendhal-Effekt wurde Rezensentin Renate Wiggershaus bei der Lektüre von Johannes Willms Biografie "Stendhal" nicht gerade befallen. Mehr als neugierig auf das Werk des unter dem Namen Henri Beyle geborenen Autors ist sie nicht geworden, denn dazu habe Willms zu sehr aus Stendhals autobiografischen Werken geschöpft. Aus der Perspektive des Protagonisten erfahre man zwar einiges über seine Liebe zum Schreiben und zu zahlreichen Geliebten, eindeutig fehlen der Kritikerin aber ergänzende Aussagen von Freunden und Geliebten Stendhals oder Erläuterungen zum politisch-historischen Hintergrund. Auch hätte sie sich eine verstärkte Einbeziehung von Stendhals literarischem Werk gewünscht, gerade hier habe er beispielsweise die "grausigen und grotesken" Erlebnisse der Italienfeldzüge verarbeitet. Wäre wenigstens eine Bibliografie beigefügt worden, wäre die Biografie eindrucksvoller geraten; so aber dient sie der Rezensentin zumindest als Anlass, sich weiter mit Stendhal zu beschäftigen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2010
Rezensentin Maike Albath zeigt sich beeindruckt von dieser Biografie des großen Romanciers Stendhal, der ersten deutschsprachigen überhaupt. Dem Autor und SZ-Kulturkorrespondenten Johannes Willms gelingt es ihrer Meinung nach, auch die "unangenehmen Seiten seines Protagonisten" zu vermitteln, ohne ihn dadurch zu denunzieren, der Autor erklärt Stendhals ambivalenten Charakter nach Ansicht der Rezensentin ganz realistisch als "Teil seiner Schriftstellerpersönlichkeit". Die hat Stendhal im Laufe seines ereignisreichen und doch von einem Gefühl von Langweile geprägten Lebens erst langsam entwickelt, nicht zuletzt, indem er sich in den Abgründen bewegte, die seine Romanfiguren interessant machen sollten. Willms hat seine Lebensgeschichte in ein "gelehrtes und mitreißendes Porträt" verwandelt, lobt Albath.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.2010
Niklas Bender ist voll des Lobes für Johannes Willms' Stendhal-Biografie, die die erste deutsche Lebensbeschreibung des französischen Schriftstellers überhaupt ist, wie er betont. Der Journalist und Historiker Willms hat sich bereits durch Arbeiten über Napoleon, Balzac und Napoleon III. als kundiger Biograf ausgewiesen, wie der Rezensent verlauten lässt, und auch das vorliegende Buch überzeugt ihn durch die flüssige Schreibweise und die fundierten Kenntnisse, die der Autor darin an den Tag legt. Insbesondere die vielen Zitate, die Willms' Zeitzeugnissen entnommen habe, sorgten für ein plastisches Zeit- und Lokalkolorit, lobt Bender, der Willms' großes "Gespür für Situationen, Charaktere, Fakten" zuspricht. Nur die Entwicklung Stendhals vom lediglich plagiierenden Verfasser kunsthistorischer Schriften zum mit vielfältigen Zitaten und Verweisen arbeitenden Schriftsteller hätte sich der Rezensent etwas genauer beschrieben gewünscht und gern hätte er etwas über dessen Pseudonym- und Testamentmanie gelesen. Alles in allem aber ist Bender hochzufrieden mit dieser Lebensbeschreibung, die - wie das Leben des Schriftstellers selbst - das "Zeug zum Reißer" hat, wie er findet.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 18.03.2010
Jens Jessen wirkt auf der einen Seite enttäuscht von dieser Biografie Stendhals von Johannes Willms, lobt sie aber auf der anderen nachdrücklich. Was er in diesem Buch, vermisst ist ein tiefergehendes Interesse für das Werk des Schriftstellers, die inneren Kämpfe dagegen, die dieses Werk begründen, sieht er "meisterhaft" dargelegt. Denn Willms schildert anschaulich "Pleiten, Pech und Pannen", die sowohl Stendhals Karriere als auch sein Liebesleben ausmachen, lobt der Rezensent, wobei er Willms These, Stendhal habe sich immer in für ihn unerreichbare Frauen verliebt, weil er sein Unglück als produktive Kraft schätzte, sehr überzeugend findet. Wenn der Autor allerdings Stendhal auf Grundlage seiner Tagebucheinträge, aus denen diese Biografie reichlich schöpft, versucht, "der Lächerlichkeit und der Aufschneiderei zu überführen", findet Jessen das ganz verfehlt. Schonungslosigkeit und Selbstentlarvung praktiziert Stendhal darin nämlich selbst zur genüge, so der Rezensent, der darum die Lektüre der Tagebücher letztlich auch der Lektüre der vorliegenden Biografie den Vorzug gibt.
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