Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Mit "Die Rückkehr" legt Galsan Tschinag, Schamane, Bestsellerautor und Stammesoberhaupt, seine Autobiografie - in Romanform - vor: Nach vielen Jahren des Unterwegsseins kehrt er zu seinem Volk, den Tuwa-Nomaden im Altaigebirge im Nordwesten der Mongolei, zurück, um dort seinen Lebensabend zu verbringen. Aber die Lage ist schwierig, seine beiden Schamanenschülerinnen wie auch das Volk sind uneins über den Weg in die Zukunft; traditionelles Nomadenleben und die Neuzeit stehen sich scheinbar unversöhnlich gegenüber. Um den Streit zu schlichten, wird eine Karawane zum Gelben See geschickt, wo ein Owoo, ein heiliger Steinhügel geweiht werden soll.
In die Handlung verwoben sind Träume und Erinnerungen des Ich-Erzählers, die sein Leben Revue passieren lassen und bedeutsame Stationen festhalten: die Schulzeit in der stalinistischen Ära der fünfziger Jahre, das Studium in Leipzig in den sechzigern, die erste Begegnung mit dem Dalai Lama 1981 und die Erfüllung seines Lebenstraums: die große Karawane, mit der sein Volk 1995 in den Hohen Altai zurückkehrt, um die ursprüngliche Lebensweise als Nomaden wieder aufzunehmen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.02.2009
Hin und hergerissen zeigt sich Rezensent Christoph Bartmann von dem Erinnerungsbuch Galsan Tschinags. Der mongolische Nomade und berühmte Schamane, der einst Germanistik in Leipzig studierte, schreibt ein Deutsch, das mal fremdartig schön und mal einfach "schräg" klingt und das den Rezensenten nicht wenig an die Sprache Winnetous erinnert. Hebt der Autor, der mittlerweile Stammesführer der mongolischen Tuwa ist und mit ihnen mitunter monatelang zu Fuß durch das Altai-Gebirge zieht, seine Verdienste und Auszeichnungen hervor, findet Bartmann das ziemlich "selbstgefällig". Aber wenn er von dem Leben der Nomaden und der weiten mongolischen Landschaft erzählt, sieht sich der Rezensent eingestandenermaßen gefesselt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2008
Mit sichtlichem Vergnügen hat Rezensent Karl-Markus Gauß den Roman des deutsch-mongolischen Schriftstellers, Schamanen und Stammeshäuptlings über seine Rückreise zu Pferde (und mit 17köpfiger Familie) von Deutschland ins mongolische Ulaanbaator gelesen, wo einst nach Galsan Tschinags Geburt 1943 seine Nabelschnur begraben worden ist. Das Buch sei halb Wahrheit, halb Erfindung, schreibt der Rezensent, und da es im Untertitel "Roman meines Lebens" heiße, mache der Autor auch reichlich Gebrauch von den Gepflogenheiten des autobiografischen Genres und erzähle von Menschen, Begegnungen und Büchern, aber auch aus der Welt der Geister und der Träume. Der Rezensent schätzt an dem Buch auch, dass es ein spannendes Zeitzeugnis ist. Tschinag sei einst als erster Mongole von der Sowjetunion nach Leipzig zum Germanistik-Studium geschickt worden, wo er ein bekannter Schriftsteller wurde und doch als Häuptling sein Volk, die Tuwa, 1995 nach dem Untergang der UdSSR in einer Karawane in ihr einstiges Stammesgebiet zurückgeführt hat. Nur manchmal stößt sich der Rezensent an einem leichten Hang dieses Autors zu Namedropping und Wichtigtuerei.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
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