Herausgegeben von Roger Friedlein und Angelika Lozar. Mit dem erstmals in einer zweisprachigen, umfangreich kommentierten Edition vorliegenden "Liber de platano" (1537) erschließt sich ein außergewöhnliches Zeugnis des portugiesischen Humanismus. Das aus einer Abhandlung sowie einem Briefwechsel zwischen dem Dichter Joao Rodrigues de Sa de Meneses und dem Rhetorikprofessor Juan Fernandez bestehende Werk greift mit dem Platanenbaum ein aus der Antike bekanntes Motiv auf, das im Liber de platano zu einem vielschichtigen Sinnbild wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2008
Christian Kaiser versteht den zweisprachigen Band als verlockende Einladung zu einer gescheiten Plauderei unter Platanen. Wenn Kaiser auch die "stupende" Gelehrsamkeit der beiden im Portugal des 16. Jahrhunderts korrespondierenden Briefpartner nicht entgeht (dabei helfen dem Rezensenten eine informative Einführung und ein prall gefüllter Anhang), so bedeutet ihm die hier präsentierte "platanische" Sicht auf das klassische europäische Geisteserbe doch auch eine gewisse Leichtigkeit. Daran, dass es sich bei dem "Liber de platano" um ein besonders vielschichtiges, über botanische Interessen weit hinausweisendes Werk handelt, hat er keinen Zweifel: Ein "intellektuelles Spektakel", notiert er begeistert.
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