Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit 1 CD. Im Juli 2006 begann Jochen Schmidt, täglich 20 Seiten "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" von Marcel Proust zu lesen und seine Gedanken zum Buch und seine Erlebnisse während der Lektüre im Internet in einem Blog zu veröffentlichen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.04.2009
Michael Maar ist von Jochen Schmidts Buch, in dem er über ein halbes Jahr lang seine tägliche Proust-Lektüre dokumentiert hat, absolut hingerissen, und er schwärmt, es sei das "originellste" Proust-Buch seit Alain de Bottons "How Proust can change your life". Der Autor, alleinerziehender Vater mit Hang zum Manischen, wie uns der Rezensent wissen lässt, hat seine Lese- und Lebenserfahrungen zunächst täglich in einem Blog dokumentiert und darin viel von seinem persönlichen Alltag einfließen lassen, erklärt der Rezensent. Maar findet sogar gewisse Gemeinsamkeiten zwischen Proust und Schmidt - "Selbstbezogenheit", Gedächtnisschärfe und Humor - und er ist ihm mit höchstem "Vergnügen" durch alle sieben Bände der "Suche nach der verlorenen Zeit" gefolgt, wie er versichert. Dass Schmidt in der DDR aufgewachsen ist, erhöht in den Augen des Rezensenten den Reiz dieser persönlichen Lektüre, denn damit ergibt sich ein äußerst frischer, neuer Blick auf die Proust'sche Welt, der keine Scheu hat, seine fehlenden Kenntnisse dieser bürgerlichen Welt vorzuzeigen, so Maar, der von diesem Buch einfach begeistert ist.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2009
Der lesebühnenerfahrene Schriftsteller Jochen Schmidt liest Proust und lebt weiter sein Leben und schreibt über beides. Das ist das Prinzip dieses Bandes, aus dem Wolfgang Schneider nicht nur Anregendes zum Schriftstelleralltag heutzutage, sondern durchaus auch zu Proust entnimmt. Aus ist Schmidt nicht zuletzt auf sich auch tatsächlich ergebende "unerwartete Querverbindungen", wenngleich er die Allgemeinheit, auf die Proust noch im scheinbar banalsten Detail zielt, mit seinen Notizen aus dem eigenen Leben gar nicht anstrebe. Entschiedene Vorbehalte hat der Rezensent nur gegen die beigegebene Hör-CD. Die absichtliche Eintönigkeit, mit der Schmidt auf Lesebühnen zu punkten verstehe, passe zu Proust einfach gar nicht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.03.2009
Wilhelm Trapp stutzt beim Lauschen dieses Hörbuchs nur ganz kurz über die Stimme von Jochen Schmidt, der auf der CD seine Lektüreerfahrungen mit Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" preisgibt. Dann aber feiert er das an "rostige Gelenke" gemahnende Stimmorgan als "Idealfall", denn thematisiert würden "Widerstände und Schwellenängste" angesichts des siebenbändigen Mammutwerks, so der Rezensent. Von Juni 2006 bis Januar 2007 las der Autor täglich 20 Seiten Proust und hielt seine Gedanken und Gefühle im Tagebuch fest, erklärt der Rezensent, der das Ergebnis nicht nur sehr komisch findet, sondern dahinter auch eine kluge und liebevolle Hommage an den Dichter erkennt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.01.2009
Jochen Schmidts Bericht über seine Lektüre von Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" hat nach Ansicht des Rezensenten Dirk Knipphals etwas "Heroisches" an sich. Wie er berichtet, handelt es sich bei dem Werk um eine bearbeitete Version von Schmidts Blog, auf dem er vom 20. Juli 2006 bis zum 27. Januar 2007 täglich seine Lektüreeindrücke festhielt. Auf den ersten Blick kommt Knipphals das Projekt wie eine Schnapsidee vor. Je mehr er sich aber in Schmidts Aufzeichnungen vertieft, desto spannender findet er sie. Besonders fasziniert ihn die Verschränkung der Beschreibung von Schmidts Alltag mit den Wahrnehmungen Prousts, die der Autor komisch, lakonisch und genau protokolliere. Bei der Lektüre hat Knipphals jedenfalls eine Menge gelernt, vor allem über das "Autorenhochgebirge" Marcel Proust und das Lesen. Außerdem hat ihn das Buch animiert, sich Prousts Romanwerk selbst wieder einmal vorzunehmen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008
Ina Hartwig hat die Lektüre von Jochen Schmidts Lektüreprojekt ausgesprochen gut unterhalten. Am liebsten möchte sie dem Verlag für die Edition dieses immerhin auch 600 Seiten starken Buches einen Orden verleihen. Gut ein halbes Jahr lang hat der Lesebühnen-Mitbegründer täglich 20 Seiten von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" gelesen und seine Erlebnisse und Gedanken dazu notiert. Dabei lässt er nicht den Bildungsbürger raushängen, sondern dechiffriert für das zeitgenössische Publikum die "Kokotte" Odette als "Techtelmechtelprofi" und Tante Leonie als "Hypochonderin". Auch Prousts Talent zur Komik entgeht dem Ersatzleser Schmidt nicht, hierin sieht er seine größte Stärke, so Hartwig.
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