Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Neu aus dem Spanischen von Susanne Lange. Jeder kennt Don Quijote, den Ritter, und seinen weltklugen Knappen, Sancho Panza. Wortreich und wunderbar absurd sind die Gespräche, in denen die beiden Helden streiten und philosophieren, während sie sich von ihren Blessuren kurieren. Zweihundert Jahre nach Ludwig Tieck, der den "Don Quijote" zum entscheidenden Werk der Romantik machte, hat Susanne Lange den Klassiker neu übersetzt. In einem reichhaltigen Anhang wird das Goldene Zeitalter in Spanien beleuchtet, werden biografische und geschichtliche Hintergründe aufgezeigt sowie die jüngsten Erkenntnisse der Quijote-Forschung mitgeteilt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.01.2009
Nach einem längeren Eingangs-Ausflug in die Übersetzungsgeschichte des Don Quijote - Reflexionen zur Bedeutung des Übersetzens für die Weltliteratur inklusive - nähert sich der Rezensent Georges Güntert dann dem vorliegenden Fall: Susanne Lange hat den weltberühmten, wenngleich wohl in voller Länge eher selten gelesenen Klassiker des Cervantes auf einen neuen Stand deutscher Sprache gebracht. Die Übersetzerin ist zugleich Kommentatorin und sieht in der Notwendigkeit von Neuübersetzungen sogar eine Chance für das Original: Während es den Lesern der Entstehungssprache immer ferner rücke, kann es in Übersetzung immer wieder näher gebracht werden, referiert Güntert die Übersetzerin. Ohne dann auf die eigentlich Übersetzung, mit der einen Ausnahme der Übertragung des Begriffs "hidalgo ingenioso", genauer einzugehen, konstatiert Güntert, dass Lange diese Neuübersetzung auf geradezu "ingeniöse" Weise gelungen sei. Dies ist, stellt er fest, ein "Meilenstein der Cervantes-Rezeption".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 03.12.2008
Yaak Karsunke ruft uns die Vorzüge dieses ganz anderen Ritterromans ins Gedächtnis. Der aus dem sprichwörtlich gewordenen Realitätsverlust des Helden und der (sprachlichen) Gegensätzlichkeit von Herr und Knappe resultierenden Komik verfallen Kritik und Leserschaft offensichtlich noch immer spielend. Ganz besonders, so macht Karsunke unmissverständlich klar, mit der Neu-Übertragung von Susanne Lange und den begleitenden Informationen der Übersetzerin im Anmerkungsteil und im Nachwort. Nicht nur erkennt Karsunke in Lange eine gebildete Kennerin ihres Gegenstands. Ihre sprachliche Fantasie und Fomulierungslust, ihr Sinn für Rhythmus und Witz lassen Apel den 400 Jahre alten Ritter "wie neu geboren" erscheinen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Unser Jahrhundert-"Quijote"! Rezensent Hans-Martin Gauger ist sich sicher, dass die Übertragung von Susanne Lange das stemmt. Wie sonst kann es sein, dass dem Rezensenten die Lektüre dieses so hochkomplexen wie lustigen Sprachwunderwerks, dieses ersten modernen Romans so bequem und angemessen erscheint? Für alle Fälle erinnert Gauger noch einmal daran, warum wir "unseren" Quijote so dringend nötig haben und wieso er uns noch immer bezaubert. Für ihn liegt der Grund in der "umfassenden Menschlichkeit", mit der Miguel de Cervantes erzählt, im Stil, in der differenzierten Sprache, im Witz natürlich. Wie reibungslos, behutsam modernisierend das die Übersetzerin vermitteln kann, erkennen wir daran, dass Gauger seine Einwände gegen Einschübe und deutsche Komposita rasch hinunterschluckt. Derart beeindruckt ist er von Langes Leistung. Ihre zahlreichen Anmerkungen, ihre Übersicht zur Editionsgeschichte und ihr "starkes" Nachwort bestätigen den äußerst positiven Eindruck, den die beiden Bände auf den Rezensenten machen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008
Erst in den Augen der Nachwelt hat Miguel de Cervantes Saavedras "Don Quijote" den Rang und die mythische Kraft angenommen, die dem Roman bis heute zuerkannt wird, legt Heinz Schlaffer dar. Ihm ist bewusst, dass "Don Quijote" zwar unverändert als "erster moderner Roman" gewürdigt wird, allerdings liest man ihn kaum mehr, schon gar nicht in ungekürzter Version, wie er bekümmert konstatiert. Heinz Schlaffer kann sich nun keine bessere deutsche Fassung denken als die jetzt erschienene Neuübersetzung von Susanne Lange und sieht "sogar" Ludwig Tiecks Übertragung darin übertroffen. Schon der kenntnisreiche Kommentar und der inhaltliche und stilistische Gehalt ihres Nachworts überzeugen den begeisterten Rezensenten restlos und auch die Entscheidung, auf Illustrationen zu verzichten, um nicht vom Sprachwitz und der ausschweifenden Üppigkeit des Textes abzulenken, findet Schlaffer lobenswert. Sehr genau und in auch rhythmisch enger Anlehnung an das spanische Original erleichtert Langer nicht nur das Verständnis des Romans im historischen Kontext, sie macht es auch wieder zum Vergnügen, ihn zu lesen, preist der hingerissene Rezensent. Dass sich die Übersetzerin dabei beispielsweise für die sperrigere Beibehaltung des Namens des Pferdes von Don Quijote, Rocinante, entschließt, um neben dem erhabenen Klang die Nebenbedeutung des "alten Schindgauls" mitschwingen zu lassen, ist Schlaffer nur ein weiteres Indiz für ihre Umsichtigkeit und Sorgfalt.
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