Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
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- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Türkischen von Wolfgang Riemann. Drei Schicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, führt Livaneli zu einer Geschichte zusammen: einen liberalen Professor aus Istanbul, den eine Midlife-Krise beutelt, einen traumatisierten Kriegsveteran und ein geschändetes Mädchen. Die 15-jährige Meryem steht im Zentrum. Sie weiß nichts von der Welt, nur dass sie als Frau alle Schuld auf sich zu nehmen hat. Bis sie erkennt, dass die Welt nicht hinter ihrem ostanatolischen Dorf endet, und ein unumkehrbarer Prozess der Emanzipation beginnt.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Zülfü Livaneli: Glückseligkeit - mehr Informationen und Leseprobe beim Verlag Klett-Cotta
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008
Volker Breidecker stellt den jüngsten Roman des Musikers, Filmemachers und Schriftstellers Zülfü Livaneli vor, der ihn nicht selten an dessen legendäre Lieder erinnert. In "Glückseligkeit" geht es, wie der Rezensent zusammenfasst, um die von ihrem eigenen Onkel vergewaltigte Meryem, um ihren Cousin Cemal, der zum Ehrenmord an ihr beauftragt wird, und um einen Professor in der Midlife-Crisis, die sich im zweiten Teil des Buches gemeinsam auf einem Segelschiff in der Ägäis wieder finden, fasst der Rezensent zusammen. Wie in seinen Liedern vereinigt Livaneli in den drei Schicksalen orientalische und westliche Motive und erzählt eine gleichermaßen berauschende wie schmerzvolle Geschichte, die zudem kaum ein Tabuthema der türkischen Gesellschaft auslässt, so der Rezensent gebannt. Allerdings verliert der Roman ab dem Zusammentreffen der drei Hauptfiguren viel von seiner "Dramatik und Schönheit" und zeigt stellenweise Kitsch und Unentschlossenheit, bedauert Breidecker, der das als Indiz für die bis heute unversöhnten Strömungen in der türkischen Gesellschaft gelesen hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008
Als "modernes Emanzipationsmärchen, das etwas besseres kennt als den Tod" charakterisiert Harry Nutt den Roman des türkischen Musikers, Schriftstellers und Filmemachers Zülfü Livaneli. Eigentlich soll der ehemalige Soldat Cemal seine junge, vom Onkel vergewaltigte Cousine Meryem aus vermeintlichen Ehrgründen umbringen, aber dann entscheidet er sich anders, und das beiderseits traumatisierte aber ungleiche Paar macht sich auf die Reise durch ein von Modernisierungswillen und Rückständigkeit zerrissenes Land, in deren Verlauf die beiden ihr Land und sich selbst neu kennen lernen. "Livaneli lässt in seinem Puzzle sozialer Zerrüttungen nichts aus", schreibt Nutt, der darin allerdings auch eine Schwäche sieht.
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