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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Zülfü Livaneli

Glückseligkeit

Roman

Cover: Glückseligkeit

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2008
ISBN-10 3608937927
ISBN-13 9783608937923
Gebunden, 313 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Türkischen von Wolfgang Riemann. Drei Schicksale, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, führt Livaneli zu einer Geschichte zusammen: einen liberalen Professor aus Istanbul, den eine Midlife-Krise beutelt, einen traumatisierten Kriegsveteran und ein geschändetes Mädchen. Die 15-jährige Meryem steht im Zentrum. Sie weiß nichts von der Welt, nur dass sie als Frau alle Schuld auf sich zu nehmen hat. Bis sie erkennt, dass die Welt nicht hinter ihrem ostanatolischen Dorf endet, und ein unumkehrbarer Prozess der Emanzipation beginnt.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Zülfü Livaneli: Glückseligkeit - mehr Informationen und Leseprobe beim Verlag Klett-Cotta

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008

Volker Breidecker stellt den jüngsten Roman des Musikers, Filmemachers und Schriftstellers Zülfü Livaneli vor, der ihn nicht selten an dessen legendäre Lieder erinnert. In "Glückseligkeit" geht es, wie der Rezensent zusammenfasst, um die von ihrem eigenen Onkel vergewaltigte Meryem, um ihren Cousin Cemal, der zum Ehrenmord an ihr beauftragt wird, und um einen Professor in der Midlife-Crisis, die sich im zweiten Teil des Buches gemeinsam auf einem Segelschiff in der Ägäis wieder finden, fasst der Rezensent zusammen. Wie in seinen Liedern vereinigt Livaneli in den drei Schicksalen orientalische und westliche Motive und erzählt eine gleichermaßen berauschende wie schmerzvolle Geschichte, die zudem kaum ein Tabuthema der türkischen Gesellschaft auslässt, so der Rezensent gebannt. Allerdings verliert der Roman ab dem Zusammentreffen der drei Hauptfiguren viel von seiner "Dramatik und Schönheit" und zeigt stellenweise Kitsch und Unentschlossenheit, bedauert Breidecker, der das als Indiz für die bis heute unversöhnten Strömungen in der türkischen Gesellschaft gelesen hat.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.10.2008

Als "modernes Emanzipationsmärchen, das etwas besseres kennt als den Tod" charakterisiert Harry Nutt den Roman des türkischen Musikers, Schriftstellers und Filmemachers Zülfü Livaneli. Eigentlich soll der ehemalige Soldat Cemal seine junge, vom Onkel vergewaltigte Cousine Meryem aus vermeintlichen Ehrgründen umbringen, aber dann entscheidet er sich anders, und das beiderseits traumatisierte aber ungleiche Paar macht sich auf die Reise durch ein von Modernisierungswillen und Rückständigkeit zerrissenes Land, in deren Verlauf die beiden ihr Land und sich selbst neu kennen lernen. "Livaneli lässt in seinem Puzzle sozialer Zerrüttungen nichts aus", schreibt Nutt, der darin allerdings auch eine Schwäche sieht.

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