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Klappentext
Im September 1808 begegnen sich in Erfurt zwei Männer, die Weltgeschichte geschrieben haben - der eine ist der größte Dichter seiner Zeit, der andere der mächtigste Mann Europas. Goethe trifft auf Napoleon. Es entspinnt sich ein Dialog unter Genies, der durch ein Wort Napoleons -"Vous êtes un homme"- unsterblich geworden ist. Gustav Seibt schildert in seinem historischen Essay die Geschichte dieser Begegnung zweier Jahrhundertmenschen und entfaltet zugleich ein Panorama der napoleonischen Epoche. Von den französischen Soldaten am Frauenplan, die sich im Zuge der Besatzung Weimars auch in Goethes Haus einquartieren, bis zum Gipfeltreffen in Erfurt nimmt er den Leser mit auf eine Reise in die Zeit nach 1800.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Gustav Seibt: Goethe und Napoleon - mehr Informationen beim C.H. Beck Verlag
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.03.2009
Eines der "gelungensten historischen Bücher der letzten Jahre? erblickt Alexander Cammann in Gustav Seibts Werk über die Begegnung von Goethe und Napoleon. Er hebt hervor, dass der Autor den Gefahren, die die Wahl dieses Stoffs mit sich bringe, gänzlich entgeht. So sieht er in dem Buch weder "Erbauungsliteratur für Nostalgiker? noch findet er darin "wohlfeile Reflexionen über das Verhältnis von Geist und Macht?. Er schätzt das Buch als "elegante Mischung? aus Literatur-, Kultur- und Gesellschaftsgeschichte und lobt Seibts zurückhaltende Deutung zahlreicher Quellen, die dadurch einen eigenen Sog entfalten können. Vor seinen Augen entsteht ein lebendiges Bild der Zeit nach 1800, der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806, des Fürstenkongresses in Erfurt 1808 und - minutiös rekonstruiert - der "legendären? Audienz Goethes bei Napoleon.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.01.2009
Eingenommen zeigt sich Rezensent Robert Schröpfer für diese Studie über die Begegnung von Goethe und Napoleon in Erfurt 1808, die der Historiker Gustav Seibt vorgelegt hat. Er attestiert dem Autor profunde Kenntnisse und lobt seinen glänzenden Stil. Im Mittelpunkt sieht er das Verhältnis des Dichters zu Bonaparte. Besonders interessant scheint ihm Seibts Blick auf die Motivation des vermeintlich apolitischen Goethe, seine Haltung zu ändern. Sichtbar wird für ihn der Realist Goethe, "dessen Bonapartismus auch aus Erwägungen politischer und persönlicher Zweckmäßigkeit resultiert". Wie Seibt hier Werk und Lektüren Goethes mit der Ideen- und Ereignisgeschichte verbindet, ist nach Ansicht des Rezensenten höchst spannend.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.12.2008
Einmal sind die beiden sich begegnet, der Kaiser aus Frankreich und der Dichterfürst aus Weimar. Es war der 2. Oktober 1808, der Ort war Erfurt. Viel passiert ist dabei kaum, aber Goethe hat nachträglich eine Haupt- und Staatsaktion draus gemacht. Gustav Seibt folgt ihm dabei gerne, indem er in den Werken die Spuren des Ereignisses sucht, das Goethe in Gesprächen und unausdrücklichen Verweisen in seinen Texten regelrecht als Wendepunkt seines Lebens stilisierte und inszenierte. Der entscheidende Punkt, so referiert der Rezensent Gerrit Walther den Autor, war, dass Goethe dem großen Napoleon treu blieb, auch und gerade, als dies nach dessen Niederlage sehr "inopportun" wurde. Deshalb zeichnet Seibt Goethe als politischen Denker, der auf seinem Begriff einer Moderne beharrt, nicht nur politisch, sondern auch ästhetisch. Beeindruckt zeigt sich von dieser Darstellung der Rezensent, der ausdrücklich die "Eleganz" und "klassische Form" dieses Essays lobt.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2008
"Bewundernswerte Souveränität" und Gründlichkeit bescheinigt Rezensent Adam Soboczynski Gustav Seibts "ebenso gründlicher wie unterhaltsamer Abhandlung" über die Begegnung Goethes und Napoleons im Oktober 1808. Mit einer aus Sicht Soboczynskis seltenen Kombination von Darstellungsfreude und historischer Präzision führe Seibt seinen Lesern die konkreten Umstände dieses bisher stets in mythisches Licht getauchten Treffens in ihren "filigransten Bezügen" vor Augen. Darin erscheine besonders Goethe als eminent politisch interessierter, kenntnisreicher Zeitgenosse. Aber auch auf Napoleon fällt ein frisches, klärendes Licht. Die Sprache klingt für das Rezensentenohr mitunter arg der Goethezeit abgelauscht und etwas kokett. Trotzdem füllt das Buch zum Erstaunen Soboczynskis eine Lücke in der "überwältigend reichhaltigen" Goethe-Forschung. Gern auch hätte er noch mehr darüber erfahren, wie die Französische Revolution konkret in Goethes Werk, speziell die Wahlverwandtschaften gedrungen ist, weshalb er auf Fortsetzung der Überlegungen hofft.
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