Mit einer Einleitung hrsg. von Martin Mulsow. Trotz des erheblichen zeitgenössischen Echos auf sein religionsphilosophisches Werk - Mendelssohn etwa rezensierte es in den "Literaturbriefen" - ist Schade (1712-1795) heute fast gänzlich vergessen. Im Gegensatz zu Reimarus, dem Systematiker des Deismus in Deutschland, mit dem Schade in persönlicher Verbindung stand, hat Schade seinen kritischen Deismus öffentlich artikuliert und weitere Kreise für ihn zu gewinnen versucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2000
In diesem 1760 erschienen Werk habe Georg Schade seine "deistische Religionsphilosophie" entworfen, wonach man über "mehrere Stufen präzisierender Erkenntnis" schließlich zu einer "höheren Weltweisheit" gelangt, erklärt Gideon Stiening in seiner Besprechung. Schade glaubte offenbar an eine "rationale Moralität", die viel mit Pflichterfüllung und wenig mit dem Glauben an "Höllenstrafen" oder "himmlische Glückseligkeit" zu tun hatte, wie sie die zeitgenössische Theologie verkündete. In der Auseinandersetzung Schades mit der Kirche sieht Stiening die "eigentliche Stärke und Bedeutung der Texte", während er die Argumentation mit dem Herausgeber Martin Mulsow für eher "mittelmäßig" hält. Stiening lobt Mulsows "umsichtige und informative" Einleitung und die "ausführliche Bibliografie" und weist darauf hin, dass der Dokumentationsband neben dem titelgebenden Aufsatz weitere Texte Schades "in Auszügen" enthält sowie die Kritiken Ernestis und Johann Gottlieb Krügers.
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