Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Oswald Bayer

Vernunft ist Sprache

Hamanns Metakritik Kants

Frommann-Holzboog Verlag, Stuttgart-Bad Cannstadt 2002
ISBN-10 377282210X
ISBN-13 9783772822100
Gebunden, 688 Seiten, 128,00 EUR

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Klappentext

Unter Mitarbeit von Benjamin Gleede und Ulrich Moustakas.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2003

Als "gründlich und tiefgreifend" lobt Rezensent Martin Seils die Erschließung von Johann Georg Hamanns Kant-Schriften, die der Tübinger Theologe Oswald Bayer nach jahrzehntelanger Arbeit nun vorgelegt hat. Hamann, ein Zeit- und Ortsgenosse des Königsberger Philosophie-Giganten, hatte in seiner "Metakritik" der Kantschen Werke dessen These widersprochen, die "reine" Vernunft könne als solche das Material der Anschauung zu evidenten Gesetzmäßigkeiten verknüpfen, und dagegen betont, dass die Vernunft immer auf die Sprache angewiesen und an sie gebunden sei. Wie Seils ausführt, hat Bayer nicht nur den Wortlaut von Hamanns Texten philologisch sichergestellt, wobei er nicht nur zwei Entwurfstexte Hamanns zur "Metakritik" heranzog, sondern auch die Menge der Anspielungen fast vollständig entschlüsselt hat. Zudem lege Bayer dar, wie ausgreifend sich Hamann auf den Wortlaut von Kants "Kritik" und "Prolegomena" eingelassen hatte, und wie eng sein in den Kant-Schriften vorgetragener Sprachgedanke mit Hamanns Gesamtdenken verbunden war. Insgesamt kann Bayer nach Ansicht Seils zeigen, dass Hamanns Auseinandersetzung mit Immanuel Kant "bis heute bedeutungsvoll" ist.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.01.2003

Der als Zollbeamter seinen Lebensunterhalt verdienende Philosoph Johann Georg Hamann lebte wie Immanuel Kant in Königsberg, war mit ihm befreundet und doch einer der unermüdlichsten Kritiker allzu optimistisch verstandener Aufklärung. Kritisch deutet er etwa Kants Schrift über die Aufklärung als "Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit" als selbst von Herrschaftsinteressen durchdrungen. Der Theologe Oswald Bayer stellt das Verhältnis der beiden dar, Kant als Puristen der Vernunft, Hamann als ihren Dialektiker. Von Nutzen sind vor allem die theologischen Kenntnisse des Verfassers, stellt der Rezensent Uwe Justus Wenzel fest - wenig aufschlussreich bleibe allerdings das, was Bayer über Kant zu sagen habe. Und das Verhältnis Kants und Hamanns zur Sprache - immerhin das zentrale Thema des Bandes - behandle Bayer in der Konstruktion eines allzu simplen Gegensatzes nicht mit der nötigen Komplexität.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren