Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Ausgewählt, nachgedichtet und mit einem Nachwort von Gisela Kraft. Das Werk von Nazim Hikmet ist ein Meilenstein der modernen türkischen Literatur. Schon zu seinen Lebzeiten galt er als Star-Poet, dessen Texte zu Liedern, Parolen und geflügelten Worten wurden. Seine Gedichte sind zugleich Erlebnis und Dokumentation des 20. Jahrhunderts. Die Auswahl von Gisela Kraft ist eine Reise zu den Lebensstationen Hikmets: vom zarten Debüt des Elfjährigen aus Istanbul bis hin zur ironischen Skepsis im Moskauer Exil. Sie vollzieht seinen künstlerischen Werdegang nach und zeigt den Dichter in allen seinen Wandlungen: als Liebenden und Freund, als Kämpfer und Agitator, als Romantiker und avantgardistischen Sprachspieler.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.05.2009
Die Zweisprachigkeit dieser Ausgabe von Nazim Hikmets "Hasretlerin Adi" hält Rezensent Andreas Dorschel für ein besonderes Verdienst des Ammann Verlags. Auf diese Weise kann er Gisela Krafts differenzierte Nachdichtung mit dem Klang des Originals vergleichen. Für Dorschel tritt dabei nicht einfach das "wahre kommunistische Gedicht" zutage, die monotone Verdammung der "amerikanisch-kapitalistischen Teufelei", die propagandistische Huldigung des Kommunismus. Deutlich spürt er in den Versen Hikmets auch "Zweifel am Wert dieses Programms". Die dem Rezensenten auf den Nägeln brennende Frage nach der Lyrikfähigkeit von Theorie, nach den Brüchen zwischen dem Politischen und dem Poetischen im vergangenen Jahrhundert scheint auch den Dichter beschäftigt zu haben. Dies, meint Dorschel, gilt es weiter zu verfolgen. Krafts Übertragung, die "jene Brüche nicht zuschmiert", hält er für einen guten Ausgangspunkt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.01.2009
Börte Sagaster freut sich nachdrücklich, dass einer der bekanntesten türkischen Lyriker und Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, Nazim Hikmet, nun mit zwei Büchern auf Deutsch neu zu entdecken ist. Für die von Gisela Kraft ausgewählte und übersetzte Gedichtanthologie findet sie fast ausschließlich lobende Worte. Wohl wissend, wie "heikel" Gedichtübersetzungen sind, ist die Rezensentin von den nicht allzu stoisch an den Originaltexten klebenden Nachdichtungen Krafts sehr überzeugt, wie sie deutlich zeigt. Endlich könne man durch die chronologisch geordnete, mit großer Sorgfalt zusammengestellte Sammlung nicht nur den politischen Autor, sondern in seiner ganzen Vielfalt auch den Dichter Hikmet endecken, frohlockt Sagaster. Einzig, dass Kraft in ihrem Nachwort wiederholt von der Türkei als "Orient" und der "orientalischen Dichtung" schreibt, sorgt bei der Rezensentin für kurze Irritation, ansonsten ist sie mit dieser Anthologie vollauf zufrieden.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.10.2008
Rezensent Stefan Weidner hat die "Wucht einer Offenbarung" erlebt, mit der diese Lyrik beim Wiederlesen in einer neuen zweisprachigen Edition über ihn gekommen ist. Er vergleicht Nazim Hikmet mit Bert Brecht, was die poetische Ausdruckskraft bei gleichzeitigem politisch-kämpferischen Ethos betrifft, hält Hikmet aber für die heißblütigere und poetischere Seele von beiden. Auch die "melodische, mit häufigen Wiederholungen arbeitende" literarische Technik, die aus Sicht des Rezensenten mit Hikmets sharfer Beobachtungsgabe eine "hochemotionale Verbindung" eingeht, begeistert ihn sehr. Auch Gisela Krafts Nachdichtung bekommt Bestnoten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2008
Wolfgang Günter Lerch nennt ihn den größten türkischen Lyriker des 20. Jahrhunderts, der auch eine internationale Fangemeinde aufweisen könne. Folgerichtig, dass der Rezensent sich freut über eine Anthologie, die dem Leser weniger den Kommunisten Nâzim Hikmet als den großen Dichter des Allmenschlichen zeigt, die Bekanntes und weniger Bekanntes im Original sowie in der Übersetzung beziehungsweise Nachdichtung präsentiert. Der Herausgeberin und Übersetzerin Gisela Kraft dankt Lerch ausdrücklich für die Bewältigung einer schwierigen Aufgabe, die er in der Komplexität von Hikmets Sprache erkennt. Lerch durchforstet diese "Blütenlese" von den ersten lyrischen Versuchen des Dichters bis zu seinen letzten Versen, entwirft für uns anhand des "umfangreichen" Nachwortes Hikmets turbulenten Lebensweg und landet schließlich bei dem albtraumhaften "Epos vom Scheich Bedreddin", einem formenreichen und wortvirtuosen Meisterwerk, auch in der vorliegenden Übertragung, wie Lerch versichert.
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