Dissertation. Kaum ein Krisenherd bewegt Europäer mehr als die Palästinafrage - auch aufgrund der religiösen Bedeutung des Landes. Löfflers Darstellung beleuchtet die Geschichte der deutschen evangelischen und anglikanischen Institutionen während der britischen Mandatszeit, in der der Konflikt entstand. Dabei zeigt er, dass sich Protestanten dank unterschiedlicher theologischer Konzepte pro-jüdisch, pro-arabisch oder vermittelnd verhalten konnten. Bedeutsam für die Modernisierung Palästinas wurden ihre sozialen Einrichtungen, während die Mission nur kleine arabisch-protestantische Gemeinden hervorbrachte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.09.2008
Der mit dem Kürzel "chi" zeichnende Rezensent scheint dieses Buch über die "Protestanten in Palästina" mit Interesse gelesen zu haben, und offenbar auch mit Gewinn, wie seine engagierte Inhaltswiedergabe erkennen lassen. Eines dezidierten Urteils enthält er sich allerdings. Den Informationen des Rezensenten zufolge behandelt Roland Löfflers Buch verschiedene Aspekte des missionarischen Tätigkeit im Heiligen Land. Löffler schildere unter anderem, welche Rolle die Missionen bei der Modernisierung der sozialen und schulischen Einrichtungen spielten, wie sich die neuen Gemeinden arabischer Lutheraner entwickelten; er zeigt, welche religionspolitischen Überzeugungen die Missionare leiteten und wie sie selbst wiederum das Palästina-Bild in Europa prägten. Ein weiteres Kapitel sah der Rezensent der politische Verortung der deutschen Lutheraner gewidmet, die mit ihrer Unterstützung für die Nazis politisch in arge Verlegenheit gerieten. Dies erklärt der Autor, wie wir der neutralen Darstellung des Rezensenten entnehmen, an dem "Primärziel" der Missionare, ihre Einrichtungen zu erhalten.
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