Acht Audio-CDs mit Booklet, 426 Minuten Laufzeit. 1968 - war da was? Und ob. Auch wenn die Einschätzungen, inwiefern die Studentenbewegung die bundesrepublikanische Gesellschaft verändert hat, auseinandergehen - dass eine kulturelle Revolution das Land verändert hat, ist unbestritten. In diesem Audiopaket kommen die wichtigsten Theoretiker wie Adorno, Horkheimer, Bloch, Marcuse, Mitscherlich oder Dutschke, mit und an denen sich die so genannten 68er gemessen haben, zu Wort. Und in einem vierteiligen Feature "Die 68er" sind Zeitzeugen von Daniel Cohn-Bendit, Joschka Fischer, Ulrike Meinhof
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.08.2008
Gustav Seibt erblickt in diesem von Franz Maria Sonner herausgegebenen Hörbuch eine "glänzende Gelegenheit", die welterklärenden Reden der Theoretiker von 1968 noch einmal nachzuerleben. Auf der acht CDs umfassenden Edition findet er Vorträge und Universitätsreden von Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Herbert Marcuse, Ernst Bloch, zwei Radiosendungen von Alexander Mitscherlich, dazu eine zweistündige Chronik mit vielen Zeitzeugen sowie Günter Gaus' Interview mit Rudi Dutschke von 1967. Im Ton durchaus süffisant berichtet er über die einzelnen Stücke, konstatiert ein Moment des "Idyllischen" bei Adorno und Horkheimer, wertet die Reden von Marcuse und Bloch als "brausend aktionistisch" und lobt die Scharfsinn und Hellsichtigkeit von Günter Gaus. Die Ton-Chronik von Anselm Weidner von 1996 mutet ihn "sehr brav" an. Hier resümierten Zeitzeugen vor allem die lebensweltlichen Gewinne der Revolte, beispielsweise bei der Frauenbefreiung. Seibt hätte sich eine neunte CD mit der philosophischen Kritik an 1968 von Panajotis Kondylis gewünscht, damit die zweite Hälfte des Titels ("Was war, was bleibt") "auch zu ihrem Recht gekommen wäre und der Kreis sich geschlossen hätte".
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