Yorkshire, 1983. Ein Schulmädchen wird vermisst. Detective Chief Superintendent Maurice Jobson übernimmt die Ermittlungen und präsentiert der Öffentlichkeit schnell einen Hauptverdächtigen. Als dieser in der Untersuchungshaft angeblich Selbstmord begeht, stellt Rechtsanwalt John Piggott eigene Nachforschungen an und stößt auf kriminelle Machenschaften, die bis in höchste Polizeikreise reichen: Pornohandel, schmutzige Immobiliengeschäfte und eine Reihe von Kindesentführungen, die nie aufgeklärt wurden. Auch damals hieß der leitende Ermittler Maurice Jobson. Temporeich und mit großer Leidenschaft erzählt David Peace von dunklen Obsessionen, vermeintlich rechtschaffenen Bürgern und einem tödlichen Spiel mit der Wahrheit. "1983" ist der vierte und letzte Teil des Red Riding Quartetts, einer Chronik Englands in den siebziger und frühen achtziger Jahren, mit der David Peace zu einer der wichtigsten Stimmen der neuen englischen Literatur avancierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.07.2008
Mit "1983" schließt David Peace sein "Red Riding Quartet" über das Yorkshire der siebziger und achtziger Jahre ab, und wie auch die vorigen Teilbände - "1974", "1977" und "1980" kann Sylvia Staude diesen zutiefst verstörenden Roman nur psychisch stabilen Lesern empfehlen: Trost findet man hier, wenn überhaupt, nur in derbem Sex. Ansonsten herrschen in "1983" Erbarmungslosigkeit, Korruption, Heuchelei, Rassismus und Margaret Thatcher. Peace gehört, wie die Rezensentin erzählt, zu denen, die nicht mit Mord und Vergewaltigung unterhalten wollen, sondern die Verheerungen einer Gewalttat schildern. Und das tut Peace, oder vielmehr: er "überflutet" einen mit einem "symphonischen Sprachwirbel", in dem sich all die Ängste, Obsessionen und Albträume der Opfer, Verwandten, Polizisten und Journalisten vereinen.
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