Aus dem Amerikanischen von Almuth Carstens. Nur wer seine Geschichte kennt, kann eine Zukunft haben. Eine aufregende neue Stimme aus Amerika. Aus der brodelnden New Yorker City ins kalte Herz des Nordens: Auf der Suche nach ihrem wahren Vater und den Gründen für das einstige Verschwinden ihrer Mutter macht sich die junge Clarissa Everton auf den Weg nach Lappland. Was sie dort, wo das Licht klar ist und die Kälte unerträglich schneidend, über ihren Vater, ihre Mutter und sich selbst erfährt, stellt ihr ganzes bisheriges Leben ebenso in Frage wie ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft. Clarissa trifft die schwerste Entscheidung ihres Lebens. Und die leichteste. Ein Roman, der davon erzählt, dass man sich in seinem Leben, ganz gleich wie schlecht die Ausgangsbedingungen sind, immer entscheiden kann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2008
Die Untersuchung von Existenzen mit mehren Identitäten, die der Autorin am Herzen liegt und die sie mit "unheimlicher Beiläufigkeit" betreibt, gefällt Anja Hirsch ausnehmend gut. Imponiert hat ihr auch die erklärungsfreie, lakonische und griffige Prosa, mit der Vendela Vida ihre Ich-Erzählerin und die Figuren in dieser Geschichte einer familiären Spurensuche charakterisiert. Um so mehr nämlich fallen die Momente des Textes für sie ins Gewicht, in denen die Autorin durch einen abrupten Wechsel des Stils, eine Unterbrechung des Berichts ihrer Figur, zu kräftigen, verstörenden Bildern gelangt. Genau wie die Hauptfigur auf der Suche nach der Mutter in immer eisigere Gegenden vorstößt, empfindet Hirsch den Gang der Geschichte als zunehmend vereisend. Das von ihr ersehnte Märchenhafte stellt sich nicht ein, dafür jedoch eine Zusammenführung von Stoff und Raum, die Hirsch als "raffiniert" bezeichnet.
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