Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Sun Shuyun

Maos langer Marsch

Mythos und Wahrheit

Cover: Maos langer Marsch

Propyläen Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3549073437
ISBN-13 9783549073438
Gebunden, 381 Seiten, 22,90 EUR

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Klappentext

Der legendäre "Lange Marsch", aus dem Mao Zedong als unbestrittener Führer der Kommunistischen Partei Chinas hervorging, gilt bis heute als Gründungs- und Heldenmythos des modernen China. Siebzig Jahre nach dem Ereignis hat sich die chinesische Publizistin Sun Shuyun auf den Weg gemacht, die hinter dem Mythos verborgene Wahrheit zu ergründen. Sun Shuyun führt uns zurück in das China der Jahre 1934/35, ein von Bürgerkrieg und japanischer Besetzung zerrissenes Land. Von der nationalistischen Kuomintang bedrängt, entschließt sich die Führung der Kommunistischen Partei zum Rückzug in die unwegsamen Nordwest-Provinzen. Innerhalb eines Jahres legen 90 000 Rotarmisten in entbehrungsreichen Gewaltmärschen 12 500 Kilometer zurück, nur 8 000 erreichen das Ziel, den Bezirk Yan an der Grenze zur Mongolei. Sun Shuyun hat mit Veteranen des Marsches gesprochen und lokale Archive aufgesucht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.03.2009

Den Rezensenten Thomas Speckmann konnte Sun Shuyun mit ihrem Buch "Maos Langer Marsch" nicht gewinnen. Hierin, lässt uns Speckmann wissen, versucht sich die Schriftstellerin an einer inoffiziellen Version eben dieses Marsches, der die chinesische Rote Armee in den dreißiger Jahren auf der Flucht vor den regierenden Nationalisten zwei Jahre lang durch karges Land wandern ließ. Um dieses Unternehmen nachzuvollziehen, erfahren wir, hat die Autorin mehr als vierzig Überlebende des Gewaltmarsches besucht und sie ihre Geschichte erzählen lassen. Gerade in dieser Erzählweise, die dem Buch einen "menschelnden" Charakter verleihe, verortet Speckmann die Schwäche des Bandes: Statt der Verherrlichung des Marsches etwas entgegenzusetzen, ersetzt die Autorin die "üblichen Ausschmückungen und Lobhudeleien" des kommunistischen Regimes einfach durch ihre eigenen, meint der Rezensent, der sich hin und wieder sogar an die "Stahlgewitter"-Prosa Ernst Jüngers erinnert fühlte.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.07.2008

Höchst verdienstvoll und aufschlussreich findet Rezensent Tilman Spengler diese "Entglorifizierung" von Maos Langem Marsch durch die chinesische Historikerin Sun Shuyun, in denen sie seinen Informationen zufolge viel goldenen Lack abblättern lässt und manche Legende als historische Lüge entlarvt. Zum Beispiel jene, dass sich die Kämpfer von Maos so genannter Volksbefreiungsarmee ihm freiwillig angeschlossen hätten, und von der Bevölkerung überall jubelnd empfangen worden seien. Insgesamt erschüttert die Historikerin aus Spenglers Sicht zwar nicht wirklich den gegenwärtigen Stand der Forschung, kann ihn aber mit einem sehr subjektiven Blick auf die verschiedenen Schichten chinesischer Selbstwahrnehmung zwischen gestern und heute gewinnbringend ergänzen.

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