"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!" Wie missverständlich dieses berühmt-berüchtigte Zarathustra-Zitat ist, zeigt Carol Diethe, indem sie "jenseits der Peitsche" Nietzsches widersprüchlichen Ansichten über Frauen, seinen ambivalenten Verhältnissen zu Frauen und seinem paradoxen Einfluss auf Frauen, bis heute, auf den Grund geht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.09.2000
In einer Doppelbesprechung beschäftigt sich Ralf Grötker mit zwei Büchern über das Nietzsches Verhältnis zu den Frauen.
1) Carol Diethe: "Vergiss die Peitsche"
Die Autorin habe ein großes Vorhaben in Angriff genommen, werde diesem aber letztlich nicht gerecht, tadelt Grötker. Diethe wolle nach eigenen Angaben die "Widersprüche von Nietzsches Frauenbild" deutlich machen und untersuche sowohl den Einfluss von Frauen auf das Schaffen Nietzsches als auch, welche Auswirkungen Nietzsches Denken auf Frauen gehabt habe. Einen "durchgehenden Gedanken" allerdings lasse das Buch vermissen, moniert der Rezensent. Es sei eine rein additive "Aufzählung von Frauengestalten", voller "Possen, Klatsch und Tratsch" aber ohne roten Faden. Das findet Grötker zwar mitunter recht unterhaltsam, doch nicht wirklich erhellend.
2) Mario Leis: "Frauen um Nietzsche"
In diesem Band erfahre der Leser etwas über die Schwierigkeiten, die der Philosoph sein Leben lang mit Frauen gehabt hat. In seiner kurzen Betrachtung des Buches lobt Zingg die "ansprechenden" Illustrationen, wenn er auch die etwas "derbe Weise" der Ausführungen tadelt. Dem Autor gehe es vor allem darum, Nietzsche als erotischen Versager herauszustellen, so der Rezensent.
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