Bücherschau der Woche
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Jana Hensel, Elisabeth Raether
Neue deutsche Mädchen
Klappentext
Zwei Frauen um die 30 ärgern sich über die Selbstinszenierung des "Emma"-Feminismus, der so alt ist wie sie. Und sie beginnen, über ihr eigenes Leben Auskunft zu geben. Über ihren Aufbruch von Ost und West in die Großstadt, über ihre Herkunft, über Freundschaft, Liebe, Sex und Affären, über Jobs, Geld und Karrieren, über alte und neue deutsche Männer. Selten war eine Generation der 30-Jährigen so frei, sich selbst neu zu erfinden, wie in der Nachwendezeit - was Lust und Last zugleich bedeutet. Wer sind sie also, die neuen deutschen Mädchen, was ist ihnen wichtig und was egal? Wovon träumen sie? Woher nehmen sie ihren Mut und ihre Vitalität, und wie sollen ihre Männer sein? Jana Hensel und Elisabeth Raether erzählen davon mit radikaler Offenheit - in einem Buch für junge Frauen, junge Männer und auch deren Eltern.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.04.2008
Ziemlich gelassen berichtet Ernst Horst von seiner Lektüreerfahrung. Obwohl er von Jana Hensel und Elisabeth Raether gleich "in Stereo" erfährt, wie sich Frauen über Männer definieren, scheint ihm hier kaum Anlass zur Aufregung gegeben. Sogar Alice Schwarzer wird nur "wenig kritisiert". Theorie ja, aber nicht zwanghaft, dafür Unterhaltung, freut sich Horst über das Programm der Autorinnen. Entspannt liest er deren Berichte über das eigene Triebleben und Vergleiche mit der Mütter-Generation und stößt im Text schon mal auf "hübsche subtile Ironie". Einzig der Umstand, dass das vorläufige Happyend (Wunschkind etc.) der beiden Frauen-Biografien so kurz abgehandelt wird, versetzt den Rezensenten dann doch noch fast in Aufregung.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.04.2008
Zunächst kurz vom Titel irritiert, nimmt Jutta Person durchaus erwartungsfroh Jana Hensels und Elisabeth Raethers Buch zur Hand, das mit einer temperamentvollen Kritik am Feminismus a la Alice Schwarzer beginnt, um ein aktuelleres Frauenbild zu entwerfen. Die Autorinnen, beide in den Dreißigern, versuchen anhand ihrer eigenen Biografien eine weibliche Standortbestimmung, die sich vor allem am Thema Liebe und Beziehungen orientiert, wie die Rezensentin feststellt. Bei aller Wertschätzung der Offenheit, die die Autorinnen an den Tag legen, weiß Person nicht recht, was für ein Frauenbild Hensel und Raether eigentlich propagieren und ihr fehlt ganz entschieden die Einbettung in den historischen Kontext. Überhaupt, mit ihrem Plädoyer für eine gefühlsbetonte Weiblichkeit, für die sie dankenswerter Weise immerhin jegliche biologistischen Erklärungsmuster ablehnen, blieben die Autorinnen ziemlich nah am Frauen-Männer-Klischee und vergäßen zudem, dass es eine derartige Strömung in der Geschichte des Feminismus durchaus schon mal gegeben hat, moniert Person. Befremdlich schließlich erscheint es der Rezensentin, dass sich zwei über dreißigjährige Frauen immer noch als "Mädchen" sehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.04.2008
Viel Freude hat die Rezensentin Stephanie Wurster nicht an dieser Lektüre, bei der die Autorinnen Jana Hensel und Elisabeth Raether den Leser an ihrer feministischen Bewussteinseinsbildung teilhaben lassen. Allzu viel Anspruch steckt in dem Buch ihrer Meinung nach nicht, dazu ist es zu persönlich und "privatistisch" angelegt. Ihre jeweiligen Lebensläufe und einige "hübsch formulierte, autobiografisch anmutende Anekdoten" müssen reichen als Beleg für ihre Thesen. Dass Hensel aus dem Osten und Raether aus dem Westen stammt, sorgt darüber hinaus für den richtigen Proporz. Trotz dieses reduzierten Ansatzes haben die Autorinnen jedoch einen nach dem Empfinden der Rezensentin eher unangenehmen, "mit Melancholie versetzten Deutungswillen." Besonders gelungen ist das Ergebnis nicht, auch wenn die Motivation des Buches ebenso sympathisch wie begründet ist. Doch Jessica Valentis "Full Frontal Feminism" findet Wurster in diesem Zusammenhang beispielsweise viel gelungener.
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