Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Wir Töchter der Frauenbewegung sind aufgewachsen mit allen Freiheiten, für die die Feministinnen gekämpft haben. Mädchen und junge Frauen machen heute bessere Schulabschlüsse und studieren erfolgreicher als Männer. Um Spitzenpositionen in der Wirtschaft werden sie nur noch eine Weile ringen müssen. Ihre politische Teilhabe steht nicht zur Debatte: Niemand in unserem Land fragt sich mehr, ob eine Frau wirklich Bundeskanzlerin werden könne. Die Zeit des Jammerns ist vorbei. Doch wie alles, so hat auch die neue Freiheit ihren Preis. Denn seit den siebziger Jahren entscheiden wir uns für Studium, Beruf und Karriere - und gegen Kinder. Damit nehmen wir uns selbst ein wesentliches Moment dessen, was "Weiblichkeit" ausmacht - und entziehen der Gesellschaft die Zukunftsperspektive. Wir müssen uns endlich trauen, es auszusprechen: Die demografische Krise ist auch ein Kollateralschaden der Frauenbewegung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.01.2006
Die Autorin hätte sich ihre einleitende Kritik am "Traditionsfeminismus" sparen sollen, moniert Rezensentin Antje Schrupp, weil dies nur falsche Frontstellungen suggeriere. Vor allem aber habe Gaschke mit ihren berechtigen Fragestellungen selbst ein "klassisches" Stück Feminismus geschrieben. Welche Verantwortung beispielsweise hätten Frauen gegenüber der Gesellschaft wenn es um Kinder kriegen geht? Welche "Wertvorstellungen" lägen den heutigen Konzepten von Familie und Arbeit zugrunde? Wie werde "die Debatte darüber geführt"? So sehr die Rezensentin mit diesen und anderen Fragestellungen Gaschkes einverstanden ist, so sehr seien deren Lösungsvorstellungen am Rande zur Mimikry mit einem Mottenkistenpatriarchat. Nachvollziehbar sei noch, dass Frauen aus Sicht der Autorin wieder Mut zu "alten weiblichen Tugenden" entwickeln sollten. Völlig unverständlich aus Sicht der Rezensentin sei dagegen, wenn diese Argumentation in der moralischen These kulminiere, eine "vollständige, erwachsene Frau" sei nur eine mit mindestens einem Kind. Oder dass "Kinderlose keine guten Lehrerinnen und Politikerinnen" sein könnten. Gegen solche "Einheitlichkeit" propagiert die Rezensentin die "Vielfalt weiblicher Lebensentwürfe".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2005
Emanzipation gelungen, Frau unglücklich - so in etwa lautet die zentrale These dieser "flott geschriebenen" Studie der Zeit-Redakteurin Susanne Gaschke, resümiert die Rezensentin Christine Tauber. Der Grund fürs Unglück: Die emanzipierte, erfolgreiche Frau bleibe allzu oft "einsam" und "kinderlos", auf der Suche nach dem richtigen Mann, den sie dann aber in der Regel nicht finde. Und zwar, weil sie den falschen sucht, aus "Optimierungswahn" und aus einer ganz und gar nicht emanzipierten Wertorientierung heraus: der "überlegene, leicht machohafte Ernährer" soll es dann gerne doch noch sein. Damit muss Schluss sein, findet Gaschke, und deshalb fordert sie den Erhalt beziehungsweise die Schaffung einer marktfreien, "ineffizienten" Kuschelzone, die Familie heißt. Daneben gibt es Appelle zum Kinderkriegen und Vorschläge, wie das funktioneren könne. Spätestens hier wird die Rezensentin aber etwas ungehalten und will lieber nicht glauben, dass die Idee, im Biologieunterricht "weniger über Verhütung als über Empfängnis" zu reden, wirklich Ernst gemeint ist.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2005
Für Susanne Gaschke war die Frauenbewegung erschreckend erfolgreich: Frauen, so referiert Paul Nolte ihren Befund, werden heute weder strukturell noch individuell daran gehindert, sich selbst zu entfalten. Und nun stehen sie da: frei, erfolgreich und kinderlos. Diese Kinderlosigkeit ist für Gaschke das große Problem, und sie will Frauen wieder dazu bringen, Kinder in die Welt zu setzen. Dafür reiche es nicht, erläutert Nolte ihre Überlegung, Frauen finanziell zu ködern - auch die familienfreundlichste Politik, die beste Infrastruktur und die größten materielle Anreize werden den Gebärstreik gut ausgebildeter Frauen nicht beenden. Nötig sei vielmehr, Frauen zu einer neuen "Ernsthaftigkeit" in der Partnerschaft zu bringen, mehr "Rationalität in der Partnerwahl" und ein Abschied von der "Sex-in-the-City-Romantik". Dies findet der Rezesent zwar sehr klug, aber, so sein Einwand, nicht ausreichend. Natürlich sei der fehlende Nachwuchs "Frauensache", aber nicht nur: Denn neben dem Gebärstreik gebe es auch den "Zeugungsstreik, den Windelstreik, die panische Festlegungsangst von Männern".
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