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Christoph Möllers
Demokratie - Zumutungen und Versprechen
Klappentext
"Demokratie - Zumutungen und Versprechen" ist ein Vademecum der Demokratie. In kurzen, prägnanten, häufig polemischen Aphorismen geschrieben, bleibt keine unserer Fragen zur Demokratie offen: Wer über "die Politik" und "den Staat" klagt, verrät seine eigene obrigkeitsstaatliche Gesinnung. Wir schulden den Gegnern der Demokratie Gründe für die Demokratie, keine moralische Empörung. Die Demokratie verspricht kein gutes Leben. Sicherheit und Freiheit lassen sich in der Demokratie nicht gegeneinander abwägen. Konsens ist kein demokratisches Ideal. Unsere individuelle Freiheit können wir über Grenzen mitnehmen, unser demokratisches Selbstbestimmungsrecht nicht. Moralismus und politische Empfindsamkeit ersetzen in der Demokratie weder Argumente noch politische Konflikte. Christoph Möllers fordert zu aktivem politischem Denken heraus.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2009
Thomas Böckenförde schätzt diese Streitschrift für die Demokratie von Christoph Möllers, den er zur "Avantgarde der deutschen Staatsrechtslehrer" zählt, auch wenn er durchaus auch einige kritische Bemerkungen zu dem Buch macht. Böckenförde hebt den Ansatz des Autors hervor, das Plädoyer für die Demokratie mit einer klaren Darstellung ihrer Zumutungen zu verbinden. Überzeugt haben ihn dabei insbesondere die Überlegungen über die Legitimation der Demokratie. Er attestiert Möllers Esprit und Originalität, auch in der Darstellung. So besteht das "klug und elegant" geschriebene Buch aus 173 aufeinanderfolgenden Aphorismen, die jeweils mit weiteren Sätzen erläutert werden. Allerdings hält Böckenförde dem Autor vor, bisweilen eher die Pointe als den roten Faden im Sinn zu haben und nicht immer völlig stringent zu sein. Besonders "meinungsstark" ist Möllers in seinen Augen da, wo es um sein Kernanliegen geht: die Demokratie von der Verantwortung für politische, wirtschaftliche wie soziale Probleme zu befreien. "Es ist vielleicht nicht das schlechteste Rezept gegen Demokratieverdrossenheit", resümiert der Rezensent, "dieser Staatsform etwas von der mit ihr sich verknüpfenden Heilserwartung zu nehmen".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2008
Dieses "Demokratiebüchlein" empfiehlt Wolfgang Kersting frisch gekürten Präsidentschaftskandidaten der Linken und allen anderen Menschen mit einem seiner Meinung nach "unterentwickelten" Demokratieverständnis. Die Theoriefreiheit und Eingängigkeit der Lektüre empfindet der Rezensent in diesen Fällen nämlich als entscheidenden Vorteil. Dass Christoph Möller mit Vorurteilen und Irrtümern betreffend "diese komplizierte Zusammenlebensform" aufräumt und damit eine den Rezensenten überzeugende Apologie der Demokratie entwirft, ist schon beachtlich. Wenn das ohne nietzscheanische Boshaftigkeit und ohne den üblichen Kulturpessimismus, dafür mit Sinn für die der Demokratie notwendig innewohnenden Spannungen geschieht, ist Kersting glücklich. Die vom Autor eingeforderte Trennung von rechtlicher Ordnung als eines wichtigen demokratischen Prinzips einerseits und lebensethischer Ungleichheit andererseits kann er überdies gut nachvollziehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.05.2008
Lobend äußert sich Rezensent Peter Niesen über Christoph Möllers Buch "Demokratie - Zumutungen und Versprechungen", das in der neuen Politik-Reihe des Wagenbach-Verlags erschienen ist. Zentral für die Überlegungen des Staatsrechtlers scheinen ihm die Idee der Demokratie als System formaler Herrschaft sowie die Idee der politischen Gleichheit. Dabei gehe es dem Autor nicht darum, ein rundes Bild der Demokratie zu entwerfen. Dies spiegelt sich für Niesen auch im Aufbau des Buchs wieder: Es besteht aus "disjunkten Abschnitten" mit vorangestellten "apodiktisch formulierten Leitsätzen" und darauf folgenden diskursiven Überlegungen. Er schätzt Möllers Widerspruch gegen Missverständnisse der Demokratietheorie, auch wenn ihm manche Pointe "überscharf" vorkommt. Insbesondere den skeptischen Überlegungen über die transnationale Herausforderung der Demokratie kann Niesen aber nur zustimmen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.04.2008
In allerhöchsten Tönen lobt Rezensent Gunter Hofmann dieses Buch des Göttinger Staats- und Verfassungsrechtlers als "Verteidigungsschrift zugunsten der Demokratie" und "kleines Lehrbuch" gegen die herrschende demokratiemüde Mentalität. Was Hofmann an diesem Werk besonders begeistert, sind seine 173 ebenso kurzen wie lakonischen Thesen, mit denen Christoph Möllers die mitunter ungesund idealisierenden Erwartungen an die Demokratie auf den Boden der Tatsachen stellt, und die der Rezensent aufgrund ihrer "eigentümlichen Mischung" aus "äußerst abstrakten und sehr pragmatischen Argumenten" geradezu ansteckend fand. Auch Möllers Ideen zur Stärkung der Demokratie, mit denen er für Hofmann so unerwartet in die gegenwärtige Krise dieser Staatsform platzt, findet er höchst entwaffnend. Denn Möller bringt aus seiner Sicht einigen Mut mit, Demokratie neu zu denken, in dem er zu ihrer Gestaltung auffordere, statt sich von überzogenen Erwartungen passiv enttäuschen zu lassen.
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