Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Claire Keegan

Durch die blauen Felder

Erzählungen

Cover: Durch die blauen Felder

Steidl Verlag, Göttingen 2008
ISBN-10 3865216641
ISBN-13 9783865216649
Gebunden, 176 Seiten, 16,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. "Jede Geschichte hat ihren eigenen, ganz besonderen Geruch", sagt eine der Figuren in Claire Keegans neuem Buch "Durch die blauen Felder". Keegans Geschichten riechen nach Seetang und Torffeuer, gebratenem Aal und Stoutbier, manchmal nach Rosen und immer nach verpassten Gelegenheiten. Mit Verlust kennen sie sich aus: der Priester, der seine Geliebte mit einem anderen verheiraten muss; der Bruder, der seine Schwester nicht beschützen kann; der Förster, der einen Hund verschenkt, der ihm nicht gehört; das Mädchen, das sich von ihrem Jugendfreund schwängern lässt. Claire Keegans Geschichten erzählen von vielfältigen Enttäuschungen, großer Einsamkeit und nie nachlassender Hoffnung. Auf kleinstem Raum entfaltet die irische Autorin ganze Lebensdramen und läßt uns an dem Augenblick teilhaben, der vielleicht alles verändert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2008

Rezensent Jochen Schimmang ist bezaubert von der Schönheit dieser Erzählungen, die durchweg auf dem Land spielen und dennoch weit entfernt von ländlicher Idylle sind, wie er schreibt. Claire Keegans große Kunst ist die präzise Erzählweise, die dennoch nicht alles ausschreibt, sondern viel unausgesprochen oder im Vagen lässt, meint der Rezensent etwas paradox. In den Geschichten gehe es um Verluste, verlorene Liebe und gewalttätige Familienverhältnisse und dennoch seien sie keineswegs "düster" oder "unsinnlich", versichert Schimmang. Für den Rezensenten ist die Form der Erzählungen in dieser Vollendung sogar dem Roman überlegen - und er kann doch nicht verhehlen, dass er sich auf den demnächst erscheinenden Roman von Keegan sehr freut.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2008

Tief beeindruckt zeigt sich Bernadette Conrad von Claire Keegans Erzählungen, die Themen wie Einsamkeit in Beziehungen, falsche Nähe, Gewalt umkreisen. Gerade das Thema "zwischenmenschliche Beziehungen" sieht sie von der irischen Schriftstellerin in einer Art "Negativverfahren" behandelt: Indem sie falsche Nähe thematisiere, bilde die nicht vorhandene richtige den "geheimen Mittelpunkt" der Geschichten. Eindringlich findet sie den Umgang der Autorin mit der im katholischen Irland erschreckend häufig mit Gewalt verbundene Sexualität. Die Geschichten vermitteln für Conrad oft eine, nicht eigens thematisierte, kalte Wut. Dabei kommen sie in ihren Augen mit großer Leichtigkeit und sprachlicher Anmut daher.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren