Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Silvia Morawetz. Als Nikki Eaton, Anfang dreißig, unabhängig und eigenwillig, endlich ihr schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter klären will, wird diese Opfer eines Raubüberfalls. Wäre Nikki zehn Minuten eher bei ihrer Mutter eingetroffen, hätte sie deren Tod vielleicht noch verhindern können. Jetzt muss sie sich mit dem plötzlichen Tod ihrer Mutter Gwen auseinandersetzen. Bisher hatte sie diese pflichtschuldig an Feiertagen besucht, immer auf der Hut vor deren Einmischung in ihr Leben. Nun trifft sie der Kummer um Gwens Tod unerwartet und heftig. Engagiert und spannend beschreibt Joyce Carol Oates das Spektrum der Veränderungen und verwirrenden Gefühle in Nikkis Trauerjahr: Lähmung, Wut, Sorge und auch Erkenntnis.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2008
Für Gisa Funck erleidet das "bewährte Tragödienschema", das so viele Romane von Joyce Carol Oates trägt, in ihrem jüngsten Buch Schiffbruch und entwickelt sich in den Augen der wenig begeisterten Rezensenten gar zur Schmonzette. Die amerikanische Autorin, die vor kurzem siebzig geworden ist und die mittlerweile über vierzig Romane veröffentlicht hat, erzählt in diesem Buch von der erfolgreichen, mit einem verheirateten Mann verbandelten Lebefrau Nikki, deren Mutter ermordet wird. Im Verlauf der Trauerarbeit erscheint das Bild der Mutter - "gänzlich ironiefrei", wie Funck feststellen muss - immer glorioser und dient schließlich gar zur sittliche Läuterung der trauernden Tochter. So wird eine Geschichte, die durch den gewaltsamen Tod der Mutter durchaus mit der Rasanz eines Kriminalromans begann, zur "gutgemeinten Erbauungsliteratur", in der Nikki auf die bürgerlichen Tugenden einer amerikanischen Über-Hausfrau eingeschworen wird, wenn es sein muss auch mit Ratschlägen aus dem Jenseits, so die Rezensenten mit Grausen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2008
Unterhaltsam findet Meike Fessmann das Buch durchaus. Sichtlich gespannt durchwandert sie die von Joyce Carol Oates geschaffene Szenerie, nimmt Zeichen wahr, ahnt das heraufziehende Unglück im geschilderten "Mutterkosmos" und erkennt im Tod der Mutter den "Brandbeschleuniger" für die Existenzen der Überlebenden, der Töchter nämlich. So weit so gut. Doch Fessmann merkt schnell, dass Oates hier nicht auf der Höhe ihre Könnens ist. Die Stringenz, den Tiefsinn und die Motivik früherer Romane der Autorin sucht sie vergebens. "Verquasselt" erscheint ihr der Text und unstimmig und so als hätte Oates den Schmerz, der in dieser, wie Fessmann weiß, sehr persönlichen Mutter-Geschichte lauert, nicht an sich herangelassen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.03.2008
Als "ziemlich spannenden Roman" über die komplexe Beziehung zwischen Mutter und Tochter hat Rezensentin Judith Luig den neuen Roman der amerikanischen Autorin gelesen, der ihren Informationen zufolge kurz nach dem Tod von Joyce Carol Oates? Mutter begonnen worden sei. Aus Sicht der Rezensentin verfolgt das Buch zwei interessante Ideen, die Mutter-Tochter-Geschichte nämlich und die Schilderung eines kleinstädtischen amerikanischen Milieus, in dem ein Verbrechen geschieht. Aber weil sich die Autorin dem Eindruck der Rezensentin zufolge so recht für keine ihrer Romanideen entscheiden könne, konkurrierten die Ideen im Roman bald miteinander, werde schließlich das "Heldeneops einer Provinz-Mom" daraus, verfasst mit dem schlechten Gewissen einer fehlenden Tochter. Strafverschärfend kommen für Judith Luig noch ein "merkwürdig konstruierter Stil" und "viel zu fade Dialoge" hinzu.
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