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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Napoleon III., der zeitlebens die Gewohnheiten eines Abenteurers und Verschwörers beibehielt, war eine ungewöhnlich komplexe Herrscherpersönlichkeit. Er war gleichzeitig Träumer und Realist, naiv und verschlagen. Er hegte große politische Entwürfe, mit denen er in vieler Hinsicht seiner Zeit weit voraus war, deren Verfolgung ihn aber gleichzeitig auch blind machte für die sehr realen Gefahren, die vor allem auf dem Gebiet der Außenpolitik Frankreich wie seiner Herrschaft daraus erwuchsen. Das wurde ihm schließlich zum Verderben, als ihm mit Bismarck ab September 1862 ein überlegener Gegenspieler gegenübertrat. Wie sein Onkel und großes Vorbild Napoleon verspielte auch Napoleon III. seinen Thron mit der Niederlage in einer Schlacht, der von Sedan, nach der er am 4. September in preußische Gefangenschaft geriet. Am 9. Januar 1873 starb er im Exil in England, aus dem er einst aufgebrochen war, die Macht in Frankreich zu erobern. Der schmähliche Untergang des Zweiten Kaiserreichs hat lange das Urteil über Napoleon III. nachteilig beeinflusst und auch die großen, dauernden Verdienste seines Regimes verdunkelt, das nicht nur die Grundlagen einer umfassenden Modernisierung Frankreichs schuf, sondern dem es auch zu danken ist, dass der ständige Wechsel von Reaktion und Revolution aufgehoben wurde, der die Geschichte des Landes seit der Herrschaft Ludwigs XVI. kennzeichnete.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Napoleon III. - eine Leseprobe bei C.H. Beck!
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.05.2008
Ausgesprochen positiv findet Rezensent Wilhelm von Sternburg diese Biografie Napoleons III., die erste ernstzunehmende Biografie des letzten Kaisers der Franzosen überhaupt, wie er schreibt. Und zwar sowohl in Deutschland als auch in Frankreich. Das Verdienst des Autors Johannes Willms, Paris-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, sei es, hier einmal das verzerrte Bild Napoleons III. gerade und dessen Verdienste in ein angemessenes Licht zu rücken und auch die Niederlagen in einen Zeitkontext zu stellen. Napoleon III. sei nämlich besser gewesen als sein Ruf, was sich nicht nur am Stadtbild Paris' ablesen lasse, dem er sein bis heute gültiges Gesicht gegeben habe. Auch in der Innen- und Wirtschaftspolitik war Napoleon III. nach der Beschreibung von Willms durchaus umsichtig, wie der Rezensent zustimmend referiert. Insgesamt habe Willms hier eine "klassische, spannende und ganz auf das Politische konzentrierte" Biografie vorgelegt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2008
Johannes Willms macht in seiner Biografie Napoleons III. aus seiner Sympathie für den letzten Kaiser Frankreichs keinen Hehl, stellt Cord Aschenbrenner fest, der in der Lebensbeschreibung auch so etwas wie eine Verteidigungsschrift des letzten Kaisers Frankreichs sieht, der nach der Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg hierzulande gern als "Idiot" geschmäht wurde und heute "fast vergessenen" sei. Der Rezensent rühmt Willms sprachliche Eleganz und gedankliche Nuancierung, was ihn seiner Ansicht nach aus dem Gros sowohl der Journalisten als auch der Historiker heraushebt. Wenn er auch beim ersten Teil der Lebensbeschreibung das Gefühl nicht los wird, der Autor könne kein wirklich tiefes Interesse für den Neffen Napoleons aufbringen, so ändert sich das für Aschenbrenner schlagartig mit dessen Thronbesteigung als Napoleon III. und jetzt lässt sich der Rezensent vom umfassenden Bild, das Willms von der Persönlichkeit des Herrschers und seiner Umgebung zeichnet, vollständig gefangen nehmen.
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