Die Geschichte zeigt, dass sich mit Religion maximale Gewalt entfesseln lässt. Für die Araber spielt sie eine akute, für die Israelis eine latente Rolle. Beide fußen auf militanten Gottesideen mit striktem Rechtsdenken, folgen jedoch unterschiedlichen Leitkulturen. Unter dem Zwang der Diaspora definiert sich jüdischer Glaube aus dem Eigenen und konzentriert alles Denken auf das "Volk Israel" sowie den Schutz des Lebens. Unter dem Zwang zur Expansion definiert der islamische Gott den Glauben aus dem Kontrast zum Anderen und muss alles Denken und Leben in die Überwindung des Unglaubens "investieren". Die Konfrontation erzwingt eine Rüstungsspirale gegen die "Satane Israel und USA".
Nicht sehr überzeugt zeigt sich Rezensent Michael Kiefer von diesem Buch des "streitbaren Orientalisten" Hans-Peter Raddatz, analysiere der doch den arabischen Antisemitismus weniger, als dass er ihn "über weitere Strecken" zum Islam-Bashing verwende. Die fünf Kapitel, die vom alten Israel bis in die Gegenwart reichen, betreiben aus Kiefers Sicht altbewährten Kulturkampf bis an den Rand der Demagogie. Was nicht ins Bild passe, werde ausgeblendet. Besonders "dreist" verfahre Raddatz dabei mit dem bedeutenden Orientalisten Bernard Lewis, der in seinen bahnbrechenden Studien ein eher positives Bild des muslimisch-jüdischen Zusammenlebens gezeichnet habe und den Raddatz mit Schmähkritik und "bösartigen Anwürfen" überziehe.
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