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zuletzt aktualisiert 09.02.2012, 20.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Iris Hanika

Treffen sich zwei

Roman

Cover: Treffen sich zwei

Droschl Verlag, Graz - Wien 2008
ISBN-10 3854207379
ISBN-13 9783854207375
Gebunden, 240 Seiten, 19,00 EUR

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Klappentext

Man weiß nicht, wann sie es tut, und man weiß nicht, wo es sein wird, aber eines ist gewiss - irgendwann schlägt die Liebe zu: "Was da jetzt geschehen ist, das ist eine Fuge im Leben oder ein Riss durch die Zeit oder ein Bruch in der Welt, was auch immer." Hier geschieht es zweien, die schon seit geraumer Zeit allein durchs Leben zu gehen gewohnt sind, und es trifft sie wie aus heiterem Himmel: er hat die wunderbarsten Augen der Welt, und sie ist so schön, dass er glaubt, er habe Halluzinationen. Der Zustand hält natürlich nur wenige Tage an...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.06.2008

Richtig gerührt zeigt sich Nicole Henneberg von Iris Hanikas Liebesroman. Das liegt an der klugen Melange aus realistischer Lovestory (Sytemberater trifft Hysterikerin) und märchenhaften Elementen samt heilsamem Happyend, mit der die Autorin eine Amour fou in der "skurrilen Intellektuellenszene" Berlin-Kreuzbergs inszeniert. Komisch und raffiniert und glaubhaft und schön, urteilt Henneberg.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008

Die zwei, die sich dem Versprechen des Titels folgend treffen, könnten unterschiedlicher kaum sein: Thomas, ein nüchterner Systemberater auf der einen, Senta, eine für die Wunder des Alltags aufgeschlossene, abgebrochene Geisteswissenschaftlerin auf der anderen Seite. Sehr verschiedene Welten begegnen sich hier und sehr verschiedene Sprachen. Letzteres ist wohl auch die Pointe von Iris Hanikas Roman, die, wie Ingeborg Harms feststellt, gar nicht auf der Suche ist nach einer eigenen Sprache für diese Liebe, sondern sich gekonnt "in einer vorgeprägten Sprache" bewegt. Oder genauer: mehrere Sprachen durch abrupte "Stilwechsel" miteinander konfrontiert und immer wieder "Pop und Pathos" aufeinander reagieren lässt. Als großes Vorbild der Autorin werde von Hanika selbst Kleist per Zitat und Hommage immer wieder ins Spiel gebracht, die "Penthesilea" vor allem, in der Liebe sich "blitzschnell", so Harms, in Hass verwandelt. Die Rezensentin urteilt kaum einmal explizit, die Kritik lässt dennoch keinen Zweifel, dass ihr nicht nur das "bezaubernd kleinlaute Happy End" ausnehmend gut gefallen hat.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2008

Jörg Drews bewundert Iris Hanikas Roman "Treffen sich zwei", in der von der wachsenden Liebe zwischen der beziehungsängstlichen, nicht mehr ganz jungen Senta und dem "Systemberater" Thomas erzählt wird, als kleines "Kunststück", birgt er doch ein ganz alltägliches und dennoch so seltenes Versprechen von Glück. Dass dem Rezensenten in aller Ernsthaftigkeit und dabei trotzdem irgendwie mit ironischem Unterton von dieser gelingenden Liebe erzählt wird, macht ihn dankbar, zumal er dafür keine Abstriche im Niveau in Kauf nehmen muss, wie er versichert. Und so kann Drews, dessen Ton selbst zwischen Ironie und Hingerissenheit changiert, ungestört schwelgen in den Liebesverwirrungen und beglückenden Momenten des Paares, die er von Hanika bemerkenswert leichthändig geschildert sieht, wie er lobt.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.02.2008

"Soviel Liebe auf den ersten Blick war nie!" freut sich Rezensentin Wiebke Porombka. Und die Komik und Ironie, die immer wieder das naturgebenene Pathos dieser unglücklichen Liebesgeschichte auf das Angenehmste unterwandern, scheinen ihr höchst lobenswert. Denn Iris Hanika erzähle ihre Geschichte von Thomas und seiner zunächst schnell eroberten Senta mit seltsam erhabenem Ton, was die Fallhöhe zwischen Tragik und Ironie für die Rezensentin auf das Wunderbarste vergrößert. Die beiden sind den Informationen der Rezensentin zufolge um vierzig, und aus ihrer Sicht hat Iris Hanika eigentlich gar keinen Liebesroman geschrieben, sondern einen über die Einsamkeit, über "den Teufelskreis der Depression", der das Glück ins Unerreichbare rückt. Aber nicht nur diese verzweifelte Suche nach bürgerlichem Glück in einem unbürgerlichen Leben, die Porombka als Subtext des Romans ausmacht, macht dieses Buch für sie fast zum Buch einer ganzen Generation. Auch tiefe Menschenkenntnis der Autorin und ihr "geschliffen scharfer" Erzählton, der sich für die Rezensentin "irgendwo zwischen Sarkasmus, Komik und großer Verletzlichkeit" bewegt, beeindrucken sie sehr.

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