Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Klappentext
Während zweier Jahre hat Elke Erb sich einer täglichen Übung hingegeben: Innerhalb von fünf Minuten aufzuschreiben, was ihr in den Kopf und unter die Feder kommt, absichtslos und so eigenwillig, wie ihr Publikum es an ihr liebt. "Unter den sich wiederholenden Motiven", schreibt Elke Erb zu ihrem Selbstversuch, "zeigten sich schon bei der Niederschrift irritierende Obsessionen. Im Moment ihres Eintritts in das Notat agierten sie autonom. Erst während der Bearbeitung erkannte ich nach und nach, daß diese halbautomatischen Wortfolgen sogar aktuelle, schlechthin existentielle und theoretische Themen und Aufgaben behandelten, hell und schnell, im Vergleich etwa zur Traumarbeit, geführt von Reiz wie Lust."
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.04.2008
Angetan zeigt sich Tobias Lehmkuhl von Elke Erbs 5-Minuten-Notaten, die unter der Vorgabe entstanden, täglich fünf Minuten lang zu schreiben, was ihr in den Sinn kommt. Dennoch sieht er in den Texten keine reine "ecriture automatique". Zum einen weil die Autorin sie nachbearbeitet und in Form gebracht hat. Zum anderen weil es ihr nicht um Traumzustände geht. Vielmehr glänzen die Texte für Lehmkuhl durch ihre Wachheit und Aufmerksamkeit, ihre hohe Intensität und ihr enormes Maß an poetischer Konzentration. Zugleich haben sie das Spontane und Momenthafte der "ecriture automatique" in seinen Augen nicht eingebüßt. Und obwohl die Texte auch um Themen wie Krankheit, Trauer und Tod kreisen, scheinen sie Lehmkuhl "so lebhaft, gegenwärtig und augenblicksnah wie wenig anderes".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2008
Hingerissen zeigt sich Rezensent Martin Zingg von Elke Erbs "5-Minuten-Notaten". Er kann die kurzen Texte keinem Genre wirklich zuordnen, aber es spielt für ihn auch keine Rolle, ob es sich um Gedichte, Prosastücke, Notizen oder Tagebucheinträge handelt, denn in erster Linie sind es "Texte von Elke Erb". Diese Texte, entstanden unter der Vorgabe, täglich in fünf Minuten zu schreiben, was ihr in den Sinn kommt, wirken auf Zinng "betörend", erscheinen ihm auch oft "rätselhaft", erinnern aber immer daran, "dass die Sprache tut, was sie sagt". Nacherzählen, um was es konkret geht, kann und will er nicht. Aber er verspricht Texte voller Assoziationsreichtum und einen "witzigen und höchst geistesgegenwärtigen Umgang mit sprachlichen Bildern".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.02.2008
Olga Martynova hält nichts von reiner Objektivität in der Kritik. Ihre Besprechung von Elke Erbs Gedichtband kennzeichnet die Rezensentin unverhohlen als Liebesbekundung an die 70-jährige Autorin. Nicht nur hat Martynova keinen Zweifel an der Geistesgegenwärtigkeit und Frische der Dichterin, ihre Texte sind für sie unbedingt der "äußersten Gegenwart" zugehörig, bedeuten ihr Sprachwucht und Experimentierfreudigkeit. Der intimen Kennerin von Erbs Kunst erscheint diese hermetisch und offen zugleich. Vielleicht ein Resultat der von Martynova geschilderten, für diesen Band geltenden Arbeitsmethode einer überarbeiteten "ecriture automatique", die "mehr feste Vers- und Bildstrukturen" garantiert, als dass bei früheren Texten der Fall war.
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