Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens. Ein verwunschener Winkel in Paris - zwölf Mädchen leben in einem von Efeu bewachsenen Haus. Madeleine, die Jüngste, fällt in einen endlos tiefen Schlaf. Schläft sie im Leben oder lebt sie im Traum? Als die Zigeuner mit dem Zirkus vorbeikommen, lernt sie auf Händen gehen und ist die Attraktion. Und während die Mutter die Schlafende unter die Haube bringen will, vergnügt sich diese beim Liebesspiel. Madeleine springt gerade ins pralle Leben, da ereilt sie wieder der Schlaf. Hat sie alles nur geträumt? Zwischen Traum und Wirklichkeit treiben die Figuren wie Insekten im Harz. Ein phantastischer Roman voller Sinnlichkeit und skurriler Ideen ein überraschend neues Erzählen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2008
Ach ja, der Dauerschlaf. Was dabei herauskommen kann, hält Beate Tröger für eine gute Grundlage für ein Intertexualitätsseminar. Wie ein Ergebnis eines Creative-Writing-Seminars kommt ihr Sarah Shun-lien Bynums Debütroman, die "Coming of Age"-Story der Erzählerin mitunter vor, derart vollgepackt mit literarischen Topoi erscheint ihr das Buch. Die Grenzen zwischen realer und fantastischer Ebene empfindet die Rezensentin bald als fließend, wenn ihr auch historisch belegte Charaktere wie der Kunstfurzer Joseph Pujol über den Weg laufen. Auf formaler Ebene sieht Tröger den Text die Irrungen und Wirrungen der Protagonistin widerspiegeln, die Handlung "mäandernd" sich entwickeln. Letztere hat jedoch nicht allzu viel Bedeutung, gibt Tröger zu verstehen. Und so gibt es für sie an diesem Buch, abgesehen von der künstlerischen Geschicklichkeit der Autorin und einer eleganten Übersetzung, nicht wirklich etwas zu bejubeln.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.02.2008
Als eine Art "postmodernen Schlüsselroman" hat Rezensentin Sandra Hoffmann dieses Buch genossen, in dem sie sich mit berühmten oder auch nur vage bekannten Protagonisten aus sechs Jahrhunderten Literatur-, Musik- und Kunstgeschichte in einem "Skurrilitätenkabinett des Traums" wiederfand. Hinzu kommen, den Leseeindrücken der Rezensentin zufolge, noch die verschiedenen Ebenen zwischen Wachen und Schlafen, Traum und Wirklichkeit. Und so hat sie sich mit viel intellektuellem Vergnügen der nicht immer ganz leichten, aber doch "schönen Leseaufgabe" dieser Autorin gestellt, die Hoffmann zufolge an der Universität von San Diego lehrt. Doch irgendwann führt das Namedropping bei ihr dann doch zum Verdruss. Erst googelt sie noch. Dann gibt sie auf. Trotzdem lobt sie das ungewöhnliche, gattungssprengende Buch und seine fantasievoll-fantastische Übersetzung. Auch wenn es nur ihr Hirn und nicht das Herz erreichte.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2008
Sehr eingenommen ist Angela Schader von diesem Debütroman der amerikanischen Schriftstellerin Sarah Shun-Lien Bynums. Als "phantastischen Bilderbogen" betrachtet sie das Buch um die pubertierende Madeleine, die, in einen tiefen Dauerschlaf gesunken, von Traum zu Traum gleitet. Im Blick auf Phantasie und Fabulierlust fühlt sie sich gar an Lewis Carrolls Werke "Alice im Wunderland" und "Alice hinter den Spiegeln" erinnert, auch wenn ihr "Madleine schläft" deutlich weniger jugendfrei erscheint. Mit "schwartenkrachender Erotik" hat das Buch in ihren Augen allerdings nichts am Hut, sondern mit dem vorsichtigen Herantasten an Körperlichkeit und Sexualität, das Kinder oft als verboten erleben. Wie die Autorin in diesem Roman Realien, Anleihen aus Literatur und Märchen und eigene Erfindungen zusammenträgt, hat Schader sehr beeindruckt. Sie bescheinigt ihr ein großes literarisches Können. Vor allem überzeugt sie die Leichtigkeit und die Empfindsamkeit ihres Erzählens.
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