Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Scarlett Thomas

Troposphere

Roman

Cover: Troposphere

Kindler Verlag, Reinbek bei Hamburg 2007
ISBN-10 346340527X
ISBN-13 9783463405278
Gebunden, 574 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Jochen Stremmel. Ariel Manto hat es nicht leicht: Sie ist pleite, ihre Wohnung ein Rattenloch und die Quellenlage zu ihrer Dissertation über den viktorianischen Schriftsteller T. E. Lumas ist verheerend: Nicht nur heißt es, dass auf dessen Hauptwerk ein Fluch lastet, es ist auch so gut wie ausgeschlossen, dies zu verifizieren, denn alle Exemplare des Buches sind verschollen. So kann Ariel ihr Glück kaum fassen, als ihr eine Ausgabe von Lumas Opus magnum in die Hände fällt. Wie besessen vertieft sie sich in die aberwitzige Geschichte von Mr. Y, der durch die Einnahme eines Elixiers in eine andere Dimension, die Troposphäre, versetzt wird. Dort ist es möglich, durch die Gedanken anderer Menschen und damit auch durch Zeit und Raum zu reisen. Zynische Skeptikerin, die sie ist, glaubt Ariel weder an Flüche noch an Wunderdrogen, dennoch startet sie einen Selbstversuch und landet tatsächlich in der Troposphäre. Doch diese Art des Reisens birgt ungeahnte Gefahren, denn nicht alle Wesen, die die Troposphäre durchwandern, sind Neuankömmlingen wohlgesinnt. Zum Glück steht Ariel ein treuer Gefährte zur Seite, denn bei der wilden Jagd durch alle Dimensionen geht es um nichts Geringeres als die Rettung der "realen" Welt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2008

Dies ist ein ambitionierter, komplizierter, theorieversessener, Ebenen verschachtelnder, Dekonstruktion und Quantenphysik im Munde führender - und dennoch alles in allem sehr guter Roman. Meint Oliver Jungen, der sich alle Mühe gibt, der Leserin und dem Leser seiner Rezension klarzumachen, wie es sich mit den unterschiedlichen Realitätsebenen verhält, über die die Handlung des Buches geschickt verteilt wird. Der Hauptschauplatz ist die sogenannte Troposphäre, die wiederum viel mit dem Buch eines Spiritisten aus dem neunzehnten Jahrhundert, zugleich aber auch mit den virtuellen Realitäten des Internet zu tun hat. Die Heldin ist eine supergeniale Studentin mit Vornamen Ariel, die nun durch die Romansphären geistert. Nichts hindert einen freilich daran, so Jungen, die ganze Veranstaltung als große "Allegorie des Lesens" zu nehmen, mit der ein oder anderen Buchstäblichkeit lege die Autorin selbst diese Spur. Es ist zwar nicht so, meint Jungen am Ende, dass die Streichung von ein- oder zweihundert seiner knapp sechshundert Seiten dem Roman nicht hätte nutzen können. Auch so aber bleibt offenkundig genug, das die Lektüre lohnt.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren