Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Gisela Stege. Malik Solanka, 55 Jahre alt und Professor für Kulturgeschichte in Cambridge, wird in letzter Zeit immer häufiger von unerklärlichen Wutausbrüchen heimgesucht. Um seine Frau und seinen Sohn vor diesen Anfällen zuschützen, lässt er die beiden in London zurück und zieht allein nach New York. Doch auch dort holt ihn die Vergangenheit wieder ein...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 23.03.2002
"Es ist ein Jammer", resümiert Friedhelm Rathjen über Salman Rushdies neuen Roman "Wut", wie der Autor hier sein erzählerisches Talent unterläuft. Nichts als Kritik lässt der Rezensent verlauten, er ist sichtlich enttäuscht über Plot, Figuren, Stil und Aussage dieses Romans. Im Mittelpunkt steht Professor Malik Solanka, ein renommierter Cambridge-Professor, der aus seiner Karriere aussteigt, Frau und Kind verlässt, nach New York geht und dort einzig damit beschäftigt ist, nichts zu tun als über den Zustand der Welt zu räsonieren, berichtet der Rezensent. Doch dabei lege Rushdie seinem Protagonisten nicht mehr als "schwadronierende kulturkritische Ergüsse" in den Mund. Die sich plötzlich bei Solanka und den anderen Figuren des Romans einstellende Wut kann Rathjen nur als ein "aufdringliches, nutzloses Wischiwaschikonzept" von Wut erkennen, das man sich als Leser getrost ersparen kann. "Wut" sei, so der Rezensent, der mit Abstand schwächste Roman Rushdies: Im ersten Teil dominiere gähnende, langweilige Leere, im zweiten eine Mixtur aus Science-Fiction, Computersimulation und comichafter, hanebüchener und alberner politischer Parabel, stöhnt Rahtjen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2002
Tobias Döring fühlt sich an eine Szene aus einem früheren Roman Rushdies erinnert: den vermeintlich echten Lenin begrüßen verschiedene indische Lenin-Ausgaben, von der lokalen Parteiführung engagiert in Sachen "Darstellender Leninismus". Aber auch Lenin war kein echter Lenin, berichtet Döring aus "Des Mauren letzter Seufzer" und hofft, dass dieser neue Rushdie kein echter Rushdie ist. Die aberwitzige Handlung, die verspielte Sprache, die Mythensucht der Pop-Kultur findet er als Rushdies Markenzeichen wieder, doch ohne Kunstverstand verwendet: "Konfektionsartikel für den Ersatzgebrauch", schreibt Döring enttäuscht. In England habe "Wut" für entsprechend wütende Verrisse gesorgt, so der Rezensent, wobei Rushdies lautstark annoncierte Abwanderung nach Amerika zusätzlich für Empörung gesorgt hatte. Auch der Protagonist des Buches, ein indischer Professor für Ideengeschichte, der überraschenderweise mit einer Art philosophischer Muppet-Show in der BBC Erfolg hat, geht nach New York, wirft sich dort in die Arme von zwei Frauen und begegnet einem Serienmörder, fasst Döring die krude Handlung zusammen. Geradezu "puppenstubenhaft" findet Döring Rushdies New York-Schilderung, die vor dem 11. September entstanden ist. Sie ist das einzige, was ihn an diesem Roman berührt hat.
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