Erfolgreiche Kanzlerkandidaten der Bundesrepublik waren Konrad Adenauer, Willy Brandt oder Helmut Kohl. Doch beinahe hätten die deutschen Bundeskanzler Kurt Schumacher, Franz Josef Strauß, Oskar Lafontaine oder Edmund Stoiber geheißen. Warum diese bei dem Versuch scheiterten, ins Kanzleramt vorzudringen, ergründet dieser Band. Was hat die Nominierung der Kandidaten begünstigt? Wie verlief der Wahlkampf? Und warum haben sie die politische Bühne am Wahltag als Verlierer verlassen? Neben biographischen Wurzeln, generationellen, persönlichen und politischen Prägungen beachten die Analysen gesellschaftliche Bedingungen, einschneidende Ereignisse im Wahljahr, parteiinterne, konkurrenz- und medienpolitische Konstellationen. Im Focus stehen die Fragen nach den Möglichkeiten politischer Führung und den Ursachen des Scheiterns.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.11.2007
Durchaus empfehlen kann Rezensent Alexander Kohnen diesen Band über "Gescheiterte Kanzlerkandidaten". Die Idee, die Geschichte der BRD einmal nicht entlang der Kanzler zu erzählen, sondern aus der Perspektive der Verlierer, hat ihm bestens gefallen. Entstanden ist in seinen Augen damit auch eine spannende Geschichte der Wahlkämpfe. Die einzelnen Kapitel, die auf 30 bis 40 Seiten die einzelnen Kandidaten, darunter auch Westerwelle und Stoiber, porträtieren, scheinen ihm höchst instruktiv. Besonders mag er den "süffisanten Ton", den die Autoren anschlagen, ein Tonfall, den er für Politikwissenschafter ziemlich locker findet.
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