17,4 Millionen Deutsche gaben 1933 der Partei Hitlers ihre Stimme, obwohl es schon damals an Warnungen nicht fehlte: "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg." Und auf diesen Krieg arbeitete der Diktator vom Tag seiner "Machtergreifung" an resolut hin. Sein primäres Ziel: die Vernichtung des europäischen Judentums. Die war ohne Krieg so wenig möglich wie die Eroberung von "Lebensraum im Osten". 75 Jahre später sind wir noch immer mit den nationalsozialistischen Verbrechen und ihren Folgen konfrontiert. "Die Historisierung des Nationalsozialismus", schreibt der Autor, "darf nicht zur Ausgrenzung seiner Opfer führen, sondern muss ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen. Das ist ein Hauptmotiv dieses Buches."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2008
Enttäuscht sieht Rezensent Klaus Hildebrand seine Erwartungen an Ernst Pipers Geschichte des Nationalsozialismus, die auch Vorgeschichte und Rezeption bis heute einbezieht. Er hält dem Autor vor, wenig Neues zu bieten und das Bekannte ziemlich "oberflächlich" zu behandeln. Die Darstellung setzt seines Erachtens zu sehr auf den Bericht von Daten und Fakten und zu wenig auf "gedankliche Durchdringung". Er vermisst die Behandlung wichtiger Aspekte des Nationalsozialismus wie den Widerspruch zwischen Modernität und Rückwärtsgewandtheit. Zudem moniert er Ungenauigkeiten, etwa dass der Autor für den Zeitraum der Weimarer Republik und die Anfangsphase des "Dritten Reiches" die "Reichswehr" als "Wehrmacht" bezeichnet. Unzufrieden ist Hildebrand auch mit der Analyse der Motive für die deutsche Intervention in den Spanischen Bürgerkrieg im Sommer 1936. Außerdem hält er Pipers Darstellung der Rezeption des Nationalsozialismus nach 1945 für "unverkennbar subjektiv geprägt".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.11.2007
Rezensent Erhard Schütz ist im Großen und Ganzen beeindruckt von diesem knappen, aber trotzdem wissenschaftlich soliden Überblick über den Nationalsozialismus von Ernst Piper. Zwar fallen ihm einige thematische Lücken auf. So fehlt dem Rezensenten eine Auseinandersetzung mit dem "sozialen Leim, auf den die Damaligen gerne gingen". Dafür ist die chronologische Darstellung recht gelungen. Schütz findet, dass es eine gute Idee ist, der Übersicht zwar eine Zeittafel - Pipers Darstellung beginnt mit dem Jahr 1919 und reicht in die Gegenwart - beizufügen, aber auf Fotos zu verzichten. Schließlich stammten die größtenteils von "den Nazis selbst". Trotz einiger Mankos ist der Rezensent sehr beeindruckt von dem Band: "Das Buch ist kompakt, klar strukturiert, auf dem Stand der Forschung und zugleich sehr gut lesbar."
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