Mit CD-Rom. Dieses Buch widmet sich erstmals umfassender dem "Phänomen Valeska Gert" aus einer tanz- und kulturwissenschaftlichen Perspektive und bettet die Künstlerin in den Diskurs der historischen Avantgarde ein. Es thematisiert die Großstadt als Label der Gert'schen Tanzkunst und die Auseinandersetzung mit epischem Theater nach Brecht ebenso wie die tanzende Kritik an exotistischen oder reaktionären Konzepten weiblicher Tanzkunst. Große Bedeutung kommt dabei dem Topos des Grotesken zu, der, jenseits von Befremden und Monstrosität, als wesentlicher ästhetischer Bestandteil ihres Schaffens etabliert wird. Ein Vergleich mit zeitgenössischen Künstlerinnen zeigt, dass ihr OEuvre auch heute noch große Aktualität besitzt. Die beigefügte CD-ROM bietet dabei die einmalige Gelegenheit, die wenigen Tanzfilmfragmente Gerts zu ihren Zeitgenossinnen wie Mary Wigman und Niddy Impekoven ins Verhältnis zu setzen.
Wolfgang Müller zeigt sich erfreut von Susanne Foellmers Buch über die Künstlerin, Tänzerin und Autorin Valeska Gert. Er lobt den kulturwissenschaftlichen Ansatz dieser Arbeit, die Gert in den Kontext der historischen Avantgarde stellt. Der Autorin gelingt es in seinen Augen, die Eigenwilligkeit dieser Künstlerin, die sich allen Versuchen der Kategorisierung entzieht, anschaulich zu verdeutlichen. Bemerkenswert scheint ihm dabei besonders die Beschreibung, wie Gert in den 20er-Jahren ihre gesellschaftlichen Wahrnehmungen in getanzte Bewegung verarbeitete. Müller sieht in Gert auch eine Pionierin der späteren Performance-Kunst und würdigt sie als "große Künstlerin im Grenzbereich zwischen Tanzkunst und bildender Kunst".
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