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Nagib Mahfus
Das Buch der Träume
Klappentext
Aus dem Arabischen von Doris Kilias. Nagib Machfus wagt in seinem letzten zu Lebzeiten erschienenen Buch noch einmal etwas radikal Neues. Schwerelos, halluzinatorisch steigen in seinen Träumen Geschichten an die Oberfläche des Bewusstseins: Bruchstücke aus seiner Kindheit, Erinnerungen an Frauen, die er geliebt hat, Episoden mit alten Weggefährten, geschichtliche Umwälzungen. Nagib Machfus folgt den Spuren der Erinnerung, er gewährt uns Einblick in seine innere Welt und wirft gleichzeitig Schlaglichter auf ein ganzes ägyptisches Jahrhundert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2008
"Das Buch der Träume", das letzte noch vor dem Tod Nagib Machfus 2006 erschienene Buch erfüllt keine der Erwartungen, die der Titel weckt, klärt Catherine Newmark auf. Der ägyptische Nobelpreisträger hat darin seine Träume protokolliert, ohne sie erklären zu wollen und ohne sie in einen realen Bezugsrahmen zu spannen, so die Rezensentin, die bei der überwiegenden Mehrzahl der kurzen Texte die bedrohliche Grundstimmung wahrnimmt. Daran sei nicht nur die Traumlogik mit ihren unerklärlichen Zusammenhängen schuld, sondern sicherlich auch der Entstehungshintergrund der Texte. Machfus wurde 1994 durch ein Attentat eines religiösen Fanatikers schwer verletzt, was ihn in seiner literarischen Produktion stark behinderte, erklärt Newmark. Die Traumprotokolle hat der Schriftsteller dann in wöchentlichen Kolumnen als "Träume eines Rekonvaleszenten" in einer ägyptischen Zeitschrift publiziert. Trotz der konsequenten Subjektivität, die sich wohl in dieser Form nur eine "moralische und ästhetische Autorität" wie Machfus leisten könne, überzeugen die Traumprotokolle, die immer wieder auf die ägyptische Realität und Historie rekurrieren, durch ihre wirkungsvollen Bilder, so Newmark fasziniert.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2007
Rezensentin Angela Schader behandelt das nun auf Deutsch vorliegende "Buch der Träume" von Nagib Machfus als kostbaren Fund, der für die Leser, die den 2006 verstorbenen ägyptischen Autor nur als Schriftsteller der großen Form und als Nobelpreisträger kennen, eine "Überraschung" darstellen wird, wie sie versichert. Das Buch, in dem Machfus seine Träume aufgezeichnet hat, ist in einer Zeit entstanden, in der sich der Autor vom Attentat eines religiösen Fanatikers erholte, und ist maßgeblich von dieser traumatischen Erfahrung geprägt, erklärt die Rezensentin. Beeindruckt zeigt sich Schader von den in ihrer Kürze äußerst dichten Texten, die die Rätselhaftigkeit der Traumsprache nicht aufzulösen oder zu erklären versuchten. Sie erlauben einen tiefen Einblick in die Persönlichkeit des Romanciers und fügen seinem Werk eine neue, unbekannte Facette hinzu, schreibt die Rezensentin, die besonders die Träume, in denen Machfus Verstorbenen wieder begegnet, einfach "wunderbar" findet.
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