Einen letzten schönen Sommer verbringt der achtjährige Burkhard mit seiner Mutter in Königsberg, bevor im Herbst 1944 die Vorbereitungen für den Endkampf beginnen und die Stadt zur Festung wird. Der Krieg, zunächst ein aufregendes Spiel, wird bald zur grausamen Realität. In den Wirren nach der sowjetischen Invasion sterben Burkhards sechs Wochen altes Brüderchen, seine Mutter und seine Großmutter. Zusammen mit den anderen Königsberger Kriegswaisen kommt der Junge in einem Kinderheim unter und lernt, sich bei den Russen durchzuschlagen. Die Suche nach Essbarem und der Kampf gegen Kälte und Krankheiten bestimmen von nun an den Alltag. Unfassbar ist das Glück, als die Kinder schließlich im November 1947 nach Deutschland ausreisen dürfen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2007
Rezensent Thomas Medicus ist beeindruckt von diesem Schicksalsbericht von Hans-Burkhard Sumowski, in dem er mit Hilfe von Christiane Landgrebe seine Jugend als Waise im kriegsgebeutelten Königsberg schildert - die Großmutter hatte sich nach einer Vergewaltigung durch Rotarmisten umgebracht, seine Mutter war an Entkräftung gestorben. Medicus merkt an, dass es zwar nicht das erste Buch ist, das die Grauen dieser Zeit dort schildert und er findet auch, dass etwa Hans Graf Lehndorffs "Ostpreußisches Tagebuch" die "authentischere" Erinnerung zu sein scheint. Dennoch findet der Rezensent dieses "nüchtern und ohne Gefühlskitsch" verfasste Buch "beklemmend eindrucksvoll".
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