Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Eine Frau hat eine Totgeburt, und danach ist nichts mehr wie zuvor. "Dunjasad" ist die stille, intime Geschichte des langen Abschieds einer Mutter von ihrem zweiten Kind, eine Geschichte, die aus den Tagebuchaufzeichnungen der Autorin entstanden ist. Nur langsam und schwer bewältigt die Frau die Vorstellung, dass ihr Bauch "Grab ihrer Tochter" gewesen ist, eines Mädchens, das Dunjasad hätte heißen sollen, wie die Schwester Scheherasads in "Tausendundeine Nacht". Phantasien einer gegenwart, wie sie mit Dunjasad hätte sein können, durchmischen sich mit der Realität.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.08.2000
Die Klischeevorstellungen, die man von Literatur ägyptischer Autorinnen haben könnte, erfüllt diese Erzählung nicht, stellt der Rezensent Heinz Hug gleich zu Beginn fest. Nicht Gesellschaftskritik oder "kritische Darstellung von Bedingungen weiblicher Existenz in islamischen Gesellschaften" sei hier das Thema, vielmehr die Auseinandersetzung der Autorin/Erzählerin mit der Tatsache, dass ihr zweites Kind tot auf die Welt kam. Über dem sehr intimen Charakter des Erzählten sollte man, warnt der Rezensent, die sorgfältige Komposition des Textes nicht übersehen. Über bloße Therapie und ehrliche Beschreibung hinaus sei al-Tilmissani hier durchaus literarische Verdichtung gelungen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…