Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kommt es weltweit zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen nicht allein durch Terrorakte, sondern durch die weltweite Terrorismusbekämpfung. Auch in der Bundesrepublik übertrafen sich nach den Terroranschlägen von New York, Madrid und London Parteien und Sicherheitspolitiker gegenseitig mit Gesetzesvorschlägen, die der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dienen sollen, mit Sicherheit aber ihre Freiheitsrechte einschränken. Rolf Gössner analysiert und kommentiert kritisch die bundesdeutsche "Antiterror"-Politik und deckt die oft skandalösen Kollateralschäden an der "Heimatfront" auf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.11.2007
Eine "Verteidigung des deutschen Rechtsstaates" sieht Rezensent Martin Forberg in Rolf Gössners Studie "Menschenrechte in Zeiten des Terrors". Die Intention des Autors sieht er darin, auf die Entwicklung des Rechtsstaats hin zu einem "präventiv-autoritären Sicherheitsstaat" hinzuweisen, sie zu dokumentieren und zu analysieren, aber auch bürgerschaftliches Engagement zur Verteidigung des Rechtsstaates vorzustellen. Gössner mache deutlich, dass die Neugestaltung der inneren Sicherheit in Deutschland den Verlust von Grundrechten nach sich zieht. Dabei hätten Maßnahmen wie Telefonüberwachung, Rasterfahndung, Computerausspähung keinen Terroranschlag verhindert. Forberg hebt hervor, dass Gössner nicht nur das staatliche Handeln kritisiert, sondern auch die weit verbreitete Sehnsucht nach trügerischer Sicherheit in der Bevölkerung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2007
Scharfe Kritik übt Christian Hillgruber an Rolf Gössners Schrift über die zunehmende Aushöhlung des Rechtsstaats im Zeichen der Terrorismusbekämpfung. Die Ansicht des Autors, der liberale demokratischen Rechtsstaat sei dabei unterzugehen, um von einem autoritären Überwachungsstaat abgelöst zu werden, kann er nicht wirklich ernst nehmen. Er hält Gössner vor, allein bekannte Klischees zu bedienen und ein höchst einseitiges Bild der Sachlage zu zeichnen. Die Vorwürfe, die der Autor der Politik macht - Feinbildproduktion, Angstpolitik, öffentliche Hysterie -, fallen in Hillgrubers Augen allesamt auf den Autor zurück. Dessen Warnung vor der Tyrannei staatlicher Macht, vor dem Verlust von Freiheits- und Menschenrechten, hält er einfach für hysterisch. Ausführlich macht er sich seinerseits daran, die Notwendigkeit der Gefahrenabwehr zu begründen.
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