Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2007
Rezensent Jürgen Elvert begrüßt diesen von Joachim Tauber herausgegebenen Band, in dem es um die Zusammenarbeit zwischen Besatzern und Besetzten im Zweiten Weltkrieg in Lettland, Litauen, Polen, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei geht. Neben drei methodisch ausgerichteten Kapiteln, die sich mit dem egriff der Kollaboration befassen und ihn präzisieren, hebt er Joachim Taubers einführenden Beitrag hervor. Dieser mache darauf aufmerksam, dass die Konzentration auf das Gegensatzpaar Kollaboration und Widerstand bei der Erforschung der Besatzungsgeschichte vieler Länder lange den Blick auf den eigentlichen Besatzungsalltag verstellt habe. Besonders interessiert haben ihn Beiträge der lettischen, litauischen und polnischen Autoren, die lange gehegte Stereotypen aufgeben und damit "manchen Tabubruch" begehen. Die Leistung des Bands besteht für ihn nicht nur in der exakteren Bestimmung des Begriffs "Kollaboration" und der Darlegung seiner Komplexität, sondern auch in seiner beeindruckenden Wiedergabe des Forschungsstands und der unbefangenen Diskussion des Themas "Kollaboration" bei unseren Nachbarn im Osten und Nordosten.
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