Eine Auswahl von Dawes Gedichten aus 30 Jahren, erstmals ins Deutsche übersetzt von Ni Gudix, mit einem Vorwort von Terence Brown. Belfast ist ein Sandkorn. Aber eins, aus dem einem die ganze Welt aufgehen kann. Gerald Dawe, geboren 1952 in Belfast, hat zwischen 1978 und 2003 sechs Gedichtbände veröffentlicht. Nicht alle spielen in Belfast; wir bewegen uns mit Dawe auch durch Galway, Dublin, Amsterdam, Lodz oder Zürich.
Obwohl er die Analysen des irischen Dichter Gerald Dawe zum Nordirlandkonflikt gelegentlich recht abenteuerlich findet und er auch das Vorwort des anglo-irischen Literaturprofessors Terence Brown für verzichtbar hält, begrüßt Rezensent Ralf Sotscheck außerordentlich, dass dieser Dichter nun endlich auch in deutscher Sprache zu lesen ist. Nicht nur, dass es sich um einen der wichtigsten zeitgenössischen Autoren handele. Auch die Gedichte selbst schicken das Nordirlandthema, wie man Sotschecks Beschreibung entnehmen kann, facettenreich durch die letzten dreihundert Jahre. Manchmal fällt die Übersetzung einzelner Gedichte für den Geschmack des Rezensenten etwas salopp aus. Doch trotz der Mängel der Ausgabe: Sie bedeutet immerhin einen Schritt hin zu einer deutschen Dawe-Rezeption.
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